Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

in Berlin wird derzeit über mögliche Koalitionen diskutiert. Für mich steht fest, dass es Steuererhöhungen in der einen oder anderen Form geben wird. Um dies zu tun, ist es sicherlich am einfachsten eine Steuer zu erhöhen, die die „Bösen“ Spekulanten trifft. Während über die Finanztransaktionssteuer in diesem Blog schon viel berichtet wurde, möchte ich heute über die Abgeltungssteuer schreiben.

Keine Abgeltungssteuer im eigentlichen Sinne …

Die deutsche Abgeltungssteuer ist eigentlich keine wahre Abgeltungssteuer. Denn wie der Name schon sagt, soll damit etwas abgegolten sein. Allerdings kommen zu den 25 Prozent an Steuer zusätzlich noch Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer obendrauf. Im Endeffekt beläuft sich die Abgeltungssteuer damit nicht auf 25 Prozent sondern je nach Bundesland auf knapp 28 Prozent.

Erhöhung auf 32 Prozent denkbar

Eine Erhöhung der Abgeltungssteuer auf 32 Prozent wird derzeit von der SPD gefordert. Mit Soli und Kirchensteuer dürften im Endeffekt knapp 36 Prozent fällig werden. Dies ist mehr als ein Drittel welches von den Gewinnen abgeführt werden muss. Ob der Staat jedoch die Zusatzeinnahmen auch bekommt ist fraglich, da bei einer derart hohen Besteuerung von Handelsgewinnen eine Verlagerung vieler Geschäfte auf Offshore-Konten erfolgen dürfte. Sinnvoll wäre eine Senkung der Steuern, dann würde auch gleichzeitig die Steuerhinterziehung unattraktiv werden und der Staat hätte im Endeffekt mehr Einnahmen als mit höheren Steuern. Dies ist auch als „Laffer-Kurve“ bekannt!

Ihr Sebastian Hell

E-Mail Alarm

Kostenloser E-Mail Alarm wenn es neue Beiträge zum Thema Abgeltungssteuer im Fokus gibt!

Datenschutzgarantie: Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben!

 

2 Gedanken zu “Abgeltungssteuer im Fokus! Erhöhung auf 32 Prozent?

  1. im grunde war die idee einer abgeltungssteuer, steuerhinterziehung einzudämmen und gelder aus dem ausland zu re-patriieren, begrüssenwert. nur: der gewünschte effekt trat nicht ein. vielmehr erwies sie sich als steuergeschenk an besserverdiener und wohlhabende, da der cap bei 25% und damit unter der durchschnittlichen persönlichen steuerlast der vorgenannten lag.
    in meinen augen sollte diese ungerechtigkeit durch die abschaffung der abgeltungssteuer und wiedereinführung der besteuerung aus kapitalvermögen etc. nach dem persönlichen steuersatzs ein.
    eine bloße anhebung des abgeltungssatzes birgt beim blick auf die besteuerung der gewinne aus kapitalgesellschaften auf gesellschafter ebene meines erachtens nachteile, insb im internatuiionalen vergleich.
    rechenbeispiel:
    deutschland
    bisher:
    bruttogewinn in gmbh, davon ca. 30%steuerabzug auf gesellschaftsebene, bei ausschüttung nochmals ca. 25-28% auf gesellschafterebene.
    macht bspw. 10000euro-3000euro(unternehmenssteuern)-1873(abg.st. +soli)=5127 nettoausschüttung
    neu:
    10000euro-3000euro-2363(32%abgst+soli)=4637euro nettoausschüttung

    ein kleiner exkurs in die schweiz, am bsp. des kanton thurgau:
    unternehmenssteuer ca. 18%
    besteuerung von ausschüttungen zum persönlichen steuersatz (bei msuetrgutverdienern ca. 28%)
    10000euro-1800euro-2296euro=5904euro
    es gibt noch steuergünstigere kantone 😉

    btw.: man muss noch nicht einmal in die schweiz schauen, um steuergünstigere lösungen (für und trader) zu finden. schade, dass eij solches thema hier nicht abschließend diskutiert werden kann

  2. Ich finde die Finanztransaktionssteuer nicht gut, weil sie eigentlich nur Nachteile mit sich bringt. Auch die Erhöhung der Abgeltungssteuer ist eigentlich völlig unnötig, weil der Staat jetzt schon genug Einnahmen generiert. Gerade auch als Anfänger wird es einem erschwert gewinnbringend zu handeln, weil die Gebühren steigen.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.