Über Sebastian Hell

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Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

vor Kurzem gab es Neuigkeiten bezüglich der Finanztransaktionssteuer. Laut einem Gutachten welches im Auftrag des Bundesfinanzministeriums durchgeführt wurde, sollen allein durch die Einführung einer Finanztransaktionssteuer in Deutschland, jährliche Zusatzeinnahmen in Höhe von 17,6 bis 88 Milliarden Euro entstehen. Allerdings wird in dem Gutachten auch erwähnt, dass es zu Abwanderungseffekten kommen wird.

88 Milliarden Mehreinnahmen – Wirklich?

Das Gutachten halte ich für einen Witz, der am eigentlichen Thema vorbei geht. Sollte eine Transaktionssteuer eingeführt werden, wird es sofort und nicht möglicherweise zu einer Verlagerung des Geschäftes kommen. Banken, Fonds, Vermögensverwalter und alle die es sich leisten können oder clever genug sind, werden ihren Handel verlagern. Übrig bleiben Sparer die aufgrund der geringen Zinsen jetzt schon Geld verlieren. Die Zusatzkosten werden Banken auf die Kunden umlegen. Auch eine vernünftige Altersvorsorge wird dann kaum noch möglich sein.

Einnahmen = Kosten für Sparer und die Wirtschaft!

Die geplanten Zusatzeinnahmen werden kaum von der Finanzindustrie kommen, sondern vorwiegend von Privatanlegern die ihren Handel oder ihre Anlage nicht verlagern können. Zudem werden auch mittelständische Unternehmen deutlich mehr für Absicherungen von Devisen oder Rohstoffpreisrisiken bezahlen. Dem Staat ist dies wahrscheinlich egal, da er nur die Mehreinnahmen sieht.

Derivatehandel könnte boomen!

Aufgrund der Besteuerung von Aktien mit 0,1 Prozent aber der geringeren Besteuerung von 0,01 Prozent bei Derivaten, dürften große Teile des Handels auf Derivate verlagert werden. Um Steuern zu sparen werden dann auch Privatanleger, die sonst nur Fondsanlagen und Aktienkäufe tätigen auf diese Produkte ausweichen müssen. Dies könnte eine Alternative werden, um die Steuerlast zu sparen. Kauft man beispielsweise für 50.000 Euro Aktien, müsste man 50 Euro Zusatzkosten einkalkulieren. Setzt man dieselbe Transaktion mit Aktien-CFDs um, fallen nur 5 Euro an Kosten an. Eine Reduktion der Steuer um 90 Prozent.

Ihr Sebastian Hell

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Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

die Anzeichen verdichten sich, dass die gefürchtete Finanztransaktionssteuer im Jahr 2016 kommen könnte. Dies wurde zumindest nach einem Treffen der beteiligten Staaten verlautbart. Interessant ist, dass inzwischen nicht mehr elf EU-Staaten die Steuer einführen wollen sondern nur noch zehn. Slowenien ist aus dem „Club“ ausgetreten.

Großbritannien und Schweden weiterhin dagegen!

Die Briten bekamen für ihre Kritik an der Transaktionssteuer Rückendeckung aus Schweden. Der schwedische Finanzminister teilte mit, dass die Steuer sinnlos und viel zu teuer sei. Schweden sei ähnlich wie Großbritannien der Meinung, dass die Finanztransaktionssteuer mehr schädlich als nutz voll sei.

Was wird besteuert?

Das ist weiterhin die große Frage. Die Finanzminister wollen sich nun bis Ende des Jahres darauf einigen, welche Anlagen besteuert werden. Wie es derzeit aussieht, wird es 2016 keine volle Einführung der Finanztransaktionssteuer geben. Eher soll eine schrittweise Einführung erfolgen. Das bedeutet, dass zu Beginn erst einmal Aktien und Anleihen (keine Staatsanleihen) betroffen sein könnten.

Lichtblick bei Devisen!

Nach Aktien und Anleihen dürften komplexere Wertpapiere wie Futures, Optionen und eventuell auch CFDs und Devisen folgen. Nach wie vor ist jedoch stark umstritten ob Devisen wirklich besteuert werden. Ich könnte mir vorstellen, dass die Industrie mit ihrer gewaltigen Lobby eine Ausnahme der Besteuerung von Kassageschäften bei Devisen erreicht. Dies würde zu einer Besteuerung des Devisenhandels über Futures, Optionen, Swaps usw. führen, jedoch den reinen Devisenhandel ausnehmen. Für FX-Trader ein enormer Vorteil!

Ihr Sebastian Hell

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Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

vor wenigen Tagen scheiterte die Klage Großbritanniens vor dem europäischen Gerichtshof (EUGH). Viele Medien berichteten darüber, dass die Richter die Klage abgewiesen hätten. Leider interpretierten einige Journalisten das Urteil vollkommen falsch, weswegen es hier richtig gestellt werden soll. Ursprünglich hatte Großbritannien gegen die Steuer geklagt, weil man negative Auswirkungen auf den Finanzplatz London befürchtete. Aufgrund der geplanten Einführung der Transaktionssteuer in elf Ländern war anzunehmen, dass sich das Handelsvolumen verringern würde und auch England davon betroffen sei. Daher beschloss die britische Regierung Klage gegen die Steuer einzulegen. In der vergangenen Woche wurde nun bekannt, dass das Urteil abgewiesen wurde!

Was war geschehen!

Die Briten waren mit ihrer Klage laut den Richtern zu früh dran. Bisher gibt es noch keinerlei Ausgestaltung der Finanztransaktionssteuer und damit auch keine Möglichkeit zu prüfen, ob Großbritannien wirklich Nachteile erleiden würde. Die Richter lehnten daher die Klage ab. Allerdings zeigt dies nur, dass Großbritannien zum aktuellen Zeitpunkt nicht klagen kann. Wird die Steuer konkreter, wird es seitens Englands eine neue Klage vor dem EUGH geben, die dann auch verhandelt werden dürfte. Somit ist Großbritannien keineswegs mit seiner Klage gescheitert.

Staatsanleihen offenbar ausgenommen!

Was sich derzeit bereits zeigt, ist dass die Steuer höchstwahrscheinlich Staatsanleihen ausnehmen wird. Dies ist interessant, da man durch die Besteuerung von Aktien, Fonds, Zertifikaten und eventuell Devisen die Anleger dazu zwingt in steuerbefreite Anlageformen zu investieren. Die EU-Länder wollen dadurch mehr Geld am Markt einsammeln und ihre maroden Haushalte finanzieren. Da kommt es sehr gelegen, wenn man kurzerhand Staatsanleihen von der Steuer befreit.

Zertifikate, Fonds und Devisen werden teurer!

Anlageformen wie Zertifikate die sehr komplex sind und mehrfach abgesichert werden müssen, können sich enorm verteuern. Auch Fonds die die Steuer bezahlen müssen, dürften deutliche Renditeeinbußen haben. Sogar Unternehmen sind betroffen, wenn die Devisenmärkte ebenfalls besteuert werden. Nur Staatsanleihen bieten eine Insel der Glückseligkeit und werden nicht besteuert. Ein Schelm wer dabei Böses denkt …

Ihr Sebastian Hell

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Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

Bundeskanzlerin Angela Merkel teilte vor Kurzem mit, dass Sie eine Einigung in punkto Finanztransaktionssteuer noch vor der Europawahl im Mai anstrebe. Gemeint ist damit vornehmlich ein Kompromiss mit Francois Hollande, der in den letzten Wochen immer wieder gegen die Transaktionssteuer geschossen hatte. Merkel teilte mit, dass eine Einigung realistisch und wünschenswert sei.

Schrittweise Einführung!

Merkel verfolgt offenbar die von Finanzministier Wolfgang Schäuble vorgeschlagene Lösung, dass eine Finanztransaktionssteuer schrittweise eingeführt werden solle. Davon scheint auch die Deutsche Börse überzeugt, die auf einer kürzlich stattgefundenen Veranstaltung, nicht mehr so skeptisch über die Transaktionssteuer war. Es verdichten sich die Anzeichen, dass die Steuer vorwiegend auf Aktien und nicht auf Derivate anfalle. Da Derivate auch zu großen Teilen von Unternehmen für Absicherungszwecke genutzt werden und auch Banken Derivate für ihr Tagesgeschäft benötigen, scheint es große Ausnahmen zu geben.

Die Folgen!

In Frankreich hat sich gezeigt, was passiert wenn die Finanztransaktionssteuer nur auf Aktien erstreckt wird. Das Handelsvolumen verlagert sich sehr schnell auf Alternativen wie beispielsweise CFDs. Mittels dieser Differenzkontrakte kann man Aktien mit einem geringeren Kapitaleinsatz handeln und bekommt mittlerweile bei vielen Brokern sogar die Dividenden gutgeschrieben. Meiner Meinung nach, wird sich bei Einführung einer Transaktionssteuer auf Aktien sehr schnell das Handelsvolumen in Richtung Alternative Anlageformen verschieben.

Ihr Sebastian Hell

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Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

laut einem neuen Bericht des Handelsblatts, zeigen sich weitere Hinweise darauf, dass Finanzderivate erst einmal ausgenommen sein werden. Finanzminister Schäuble scheint derzeit die Einführung einer Finanztransaktionssteuer voranzutreiben. Hierzu sind mehrere Treffen mit führenden EU-Politikern anberaumt. Zudem soll auch der Streit mit Frankreich beigelegt werden. Die Franzosen hatten nach anfänglicher Befürwortung der Transaktionssteuer eine Kehrtwende vollzogen und sich deutlich zurückhaltender gezeigt (die Hintergründe lesen Sie hier).

Derivate bleiben offenbar ausgenommen!

Herrn Schäuble ist bewusst geworden, dass neben den Finanzlobbyisten auch inzwischen viele EU-Staaten gegen die Finanztransaktionssteuer arbeiten. Daher ist eine sofortige Einführung wie angedacht mit Besteuerung von Aktien, Anleihen, Derivaten etc. nicht möglich. Herr Schäuble kündigte daher an, dass eine schrittweise Einführung sinnvoll erscheine.

Am Ende zahlt der Dumme …

Eine schrittweise Einführung bedeutet nach meiner Lesart, dass vorerst nur Aktien besteuert werden. Als Derivatehändler beschwere ich mich darüber nicht, doch objektiv betrachtet bezahlen nun alle Klein- und Kleinstanleger die ein paar Aktien handeln die Zeche. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Fonds, Versicherungen und Banken auch auf Aktiengeschäfte zusätzliche Finanztransaktionssteuer bezahlen müssen. In der aktuellen Ausgestaltung ist die Finanztransaktionssteuer sogar noch unfairer und wirkungsloser als angenommen!

Ihr Sebastian Hell

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Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

es gibt wieder Neuigkeiten zur umstrittenen Finanztransaktionssteuer. Obwohl weiterhin keine Einigung vorliegt, gibt es derzeit große Diskussionen zwischen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und seinem französischen Amtskollegen Pierre Moscovici. Die Franzosen wollen große Teile des Derivategeschäftes von der Steuer befreien. Vor allem Aktienderivate bescheren den französischen Banken große Gewinne und sollen daher auf jeden Fall ausgenommen  werden!

Frankreich bangt um seine Banken

Im Gegensatz zu Deutschland, sieht man in Frankreich die Finanztransaktionssteuer mittlerweile nüchterner. Dies liegt sicherlich auch an den Erfahrungswerten der bereits bestehenden Transaktionssteuer. Das Handelsvolumen einiger betroffener Aktien fiel drastisch und die Aktivität der Marktteilnehmer verlagerte sich schlichtweg auf Werte im Ausland. Zudem waren die geplanten Einnahmen aus der Steuer auch deutlich geringer als zuvor geplant. Des Weiteren will sich die französische Regierung die Banken weiterhin „warm“ halten, da man diese für strategische Übernahmen benötigt, um dadurch die französische Rolle im Finanzbereich zu stärken. Kurzum: Die Franzosen rudern immer weiter zurück und zerlegen die Finanztransaktionssteuer schrittweise.

Alle 11 Staaten müssen abstimmen

Deutschland und Frankreich sind nicht die einzigen Länder, die die Ausgestaltung der Finanztransaktionssteuer entscheiden. Insgesamt haben sich elf Länder zu einer Kooperation zusammengeschlossen und müssen gemeinsam entscheiden. Da sich nicht einmal die beiden Giganten Deutschland und Frankreich einig werden können, dürfte eine Einigung unter allen noch viel schwieriger werden.

Was am Ende bleibt

Im Februar soll es neue Treffen zwischen Deutschen und Franzosen geben, um die Eckpunkte zu besprechen. Die Bundesregierung bleibt bisher dabei, dass eine Transaktionssteuer eingeführt werden soll (siehe Koalitionsvertrag). Allerdings glauben auch in Deutschland immer Politiker nicht mehr an eine schnelle Einführung (bspw. Volker Bouffier). Meine Prognose ist, dass am Ende eine Finanztransaktionssteuer kommen wird, in aufgeweichter Form, die vor allem Kleinanleger treffen wird. Außerbörsliche Geschäfte zwischen Banken kann man sowieso kaum bis gar nicht kontrollieren. Repogeschäfte sollen ohnehin ausgenommen werden. Derivategeschäfte wollen die Franzosen nicht besteuern usw.

Ihr Sebastian Hell

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Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

innerhalb der Bundesregierung ist ein Streit über die Einführung der Finanztransaktionssteuer entbrannt. Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier sagte in einem Interview der „Welt am Sonntag“ folgendes:

„In der großen Koalition haben wir vereinbart, dass die Finanztransaktionssteuer nur eingeführt werden könnte, wenn sie nicht die Realwirtschaft schädigt, wenn sie keine Wettbewerbsnachteile für den Standort Deutschland bringt und wenn sie in Europa einheitlich eingeführt wird. Ich sehe nicht, wie in absehbarer Zeit die Steuer so gestaltet werden kann, dass diese drei Bedingungen erfüllt werden können.“

Meiner Meinung nach hat Herr Bouffier mit dieser Aussage vollkommen recht und genau verstanden, welche Auswirkungen die Einführung einer Transaktionssteuer nach sich zieht. Allerdings wurde die Aussage in Berlin nicht gut aufgenommen. Politiker zeigten sich entsetzt darüber, dass jemand die Wahrheit ausspricht und konterten sofort mit populistischen Gegenaussagen, wie dass die Banken zur Kasse gebeten werden müssen usw.

EU ebenfalls für Kompromiss offen

Die EU hingegen zeigt sich für einen Kompromiss bei Einführung der Steuer bereit. Es soll eine Transaktionssteuer nur dann geben, wenn eine Umgehung vermieden werden kann. Solange dies nicht möglich ist, müsse laut Aussage von EU-Steuerkommissar Algirdas Semeta daran gearbeitet werden. Ansonsten kann die Finanztransaktionssteuer entweder gar nicht oder nur in einer verminderten Form eingeführt werden. Zudem teilte Semeta mit, dass er für Ausnahmen offen sei. Beispielsweise könnten Repo-Geschäfte ausgenommen werden. Zudem müsse man über die Besteuerung von Pensionsfonds und Market-Makern sprechen.

Andere Töne aus Berlin

Während die EU sich offenbar vernünftige Gedanken macht und die Finanztransaktionssteuer nüchterner sieht, findet in Berlin das Gegenteil statt. Laut neuesten Nachrichten, wird sogar über die Besteuerung von Devisentransaktionen nachgedacht. Auf EU-Ebene hatte man sich bisher komplett dagegen ausgesprochen.

Wenn sich 2 streiten …

Solange innerhalb Deutschlands große Diskussionen zwischen den Parteien und auch innerhalb derer stattfinden und sich auch die EU nicht einig ist, scheint eine Einführung vorerst ausgeschlossen. Dennoch verdichten sich die Anzeichen, dass eine Finanztransaktionssteuer (wahrscheinlich schwächer als von Deutschland gewünscht) kommen wird. Mein Gefühl geht von Anfang 2016 aus.

Ihr Sebastian Hell

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Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

in der letzten Woche ging mir eine interessante Pressemeldung des Broker Directa aus Italien zu. Darin stand folgender Absatz geschrieben:

 Die italienische Variante der Anfang des Jahres von den EU-Finanzministern beschlossenen Finanztransaktionssteuer ist am 1. März 2013 eingeführt worden, Sie besteuert zu 0,12 Prozent alle italienischen Assets, die Overnight gehandelt werden, ab 1. September müssen auch Derivate besteuert werden, Intraday-Geschäfte und ausländische Aktien werden nicht besteuert. Die Transaktionskosten bei Directa sind von 3,22 Euro pro Transaktion im Februar 2013 auf 4,58 Euro im März gestiegen.

„Verglichen mit dem gleichen Zeitraum im Vorjahr ist das Gesamtvolumen in den ersten neun Monaten von 2,114 auf 1,757 Millionen zurückgegangen. Im Intraday-Geschäft sind die Orders um 10 Prozent gefallen“, erklärt directa-Managerin Elena Motta. Das Online-Trading macht ein Drittel des allgemeinen Volumens von 284 Milliarden Euro an der italienischen Börse aus. Zugenommen hat hingegen das Interesse der Trader im Hinblick auf den ausländischen Markt: Bei den US-Aktienkäufen konnte Directa – verglichen mit dem Vorjahr – eine Zunahme des Handlesvolumens von 19 Prozent verbuchen. „Bezüglich der deutschen Assets und Märkte haben wir eine Zunahme von drei bis vier Prozent verzeichnet“, erklärt Geschäftsführer Mario Fabbri.

Die vom Staat erwarteten Einnahmen von einer Milliarde sind allerdings ausgeblieben. Insgesamt wurden laut der italienischen Wirtschaftszeitung „Il sole 24 ore“ (06.12.2013) nur 159 Millionen eingenommen. Ein Grund mehr, über eine Änderung der Tobin Tax nachzudenken, fordert die fünfte parlamentarische Kommission (Haushaltsplan) unter Francesco Boccia. Der Gesetzesentwurf, von elf Senatoren unterstützt, sieht u.a. vor, dass die Tobin Tax ab März 2014 auf 0,1 Prozent auf Aktien festgefroren wird, statt wie vorgesehen auf 0,2 Prozent zu steigen.

Quelle: Directa; Fettungen: Transaktionssteuer.info

Die obere Darstellung von Directa zeigt eindrucksvoll was in diesem Blog immer wieder prophezeit wurde. Das inländische Handelsvolumen nimmt sofort nach Einführung der Steuer ab. Trader reagieren über ihre Handelsplattformen und können mit wenigen Klicks die Orders an eine andere Börse senden. Zudem zeigt sich, dass der Staat 84 Prozent weniger eingenommen hat als erwartet. Italien sollte als Lehrbeispiel für alle Politiker dienen, die immer noch an den Erfolg der Finanztransaktionssteuer glauben.

Ihr Sebastian Hell

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Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

die Deutsche Bundesbank hat am Montag den Monatsbericht für Dezember veröffentlicht. Darin warnt Sie explizit vor den Folgen einer Einführung der Finanztransaktionssteuer.

Dort heißt es auf Seite 59:

Weil die Repomärkte für die geldpolitische Transmission an Bedeutung gewonnen haben, wirken sich auch Regulierungen und staatliche Eingriffe in diesem Teil des Finanzmarktes zunehmend auf die Geldpolitik aus. So würde die geplante Finanztransaktionssteuer den Repomarkt nachhaltig beeinträchtigen und den Liquiditätsausgleich zwischen den Banken gefährden. Voraussehbare Folge wäre eine stärkere Refinanzierung der Banken über das Eurosystem. Dies wäre geldpolitisch und ordnungspolitisch nicht wünschenswert.

Quelle: Deutsche Bundesbank / Monatsbericht Dezember 2013

Was ist der Repomarkt?

Über den Repomarkt finanzieren Banken kurzfristige Liquiditätsengpässe. So könnte am Ende eines Tages eine Bank mehr Geld haben als sie benötigt, die andere zu wenig. Gegen die Besicherung durch Wertpapiere, kann sich dann eine Bank von der anderen Geld leihen. Diese Geschäfte werden meist sehr kurzfristig getätigt und dauern von wenigen Stunden bis hin zu wenigen Tagen. Vor allem Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind hier aktiv. Wird nun die Finanztransaktionssteuer eingeführt, wird jedes Mal die Finanztransaktionssteuer erhoben und dadurch wird der Reportmarkt vollkommen austrocknen.

LBBW warnt vor drei Milliarden Zusatzkosten

In einem früheren Artikel hatte ich bereits über die LBBW geschrieben. Hier rechnet man mit enormen Zusatzkosten. Laut den aktuellen Zahlen, könnte die Bank die Kosten niemals verkraften. Auch andere Banken hätten große Probleme die Zusatzkosten zu stemmen. Da nun die Bundesbank öffentlich vor der Finanztransaktionssteuer warnt, ist eine Einführung erneut unwahrscheinlicher geworden.

Ihr Sebastian Hell

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Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

der Koalitionsvertrag ist geschlossen und die Mitglieder der SPD entscheiden nun, ob sie diesen annehmen werden oder nicht. Aktuelle Prognosen rechnen damit, dass sich die Parteimitglieder für den Vertrag entscheiden werden.

Dies hat auch Auswirkungen auf die Akteure an den Finanzmärkten, da der Koalitionsvertrag ein klares „Ja“ zur Finanztransaktionssteuer beinhaltet.

Auf Seite 64 des Koalitionsvertrages heißt es:

transaktionssteuer

Allerdings ist bereits auf EU-Ebene zu hören, dass der Widerstand deutlich härter wird. Immer mehr Länder fürchten um die Auswirkungen der Steuer auf ihre Wirtschaftsleistung und Finanzplätze.

Auch Finanzminister Schäuble sieht es ähnlich und sagte in einem Interview, dass die Finanztransaktionssteuer und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft deutlich geprüft werden müssen. Während zu Beginn eine Einführung Anfang 2014 geplant war, verschob sich diese später auf Mitte 2014 und nun wahrscheinlich auf 2015 oder 2016.

Vor allem der Punkt im Koalitionsvertrag „Ausweichreaktionen vermeiden“ wird interessant werden. Denn wenn Deutschland einen Alleingang wagt, wird es zu Ausweichreaktion kommen. Führen nur wenige Länder die Finanztransaktionssteuer ein, wird es ebenfalls Ausweichreaktionen nach Großbritannien, den USA und anderen Ländern geben.

Eventuell hat man in der Politik den Schwachsinn der Steuer erkannt und hält sich hier ein Hintertürchen offen, um die Steuer nicht einführen zu müssen. Es bleibt weiterhin spannend!

Ihr Sebastian Hell

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