Über Sebastian Hell

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Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

ich möchte kurz auf die neue Studie „Die Finanztransaktionssteuer – Ein politischer Irrweg?“ hinweisen. Diese wurde vom Deutschen Aktieninstitut und der Managementberatung Oliver Wyman herausgegeben.

Die Studie zeigt anhand konkreter Beispiele und Berechnungen wie sich die Transaktionssteuer auf alle Lebensbereiche auswirkt. Insgesamt hätten die Bürger Mehrkosten in Höhe von 5 bis 7,3 Milliarden Euro zu tragen. Vor allem bei Aktiendepots und Kapitallebensversicherungen sowie Riesterrenten würde am meisten besteuert werden.

Ihr Sebastian Hell

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Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

das Europäische Parlament hat am 3. Juli über die Zusammenarbeit der Teilnehmerländer an der Finanztransaktionssteuer auf einer Sitzung folgendes beschlossen:

  1. Devisentransaktionen sollen besteuert werden
  2. Starke Besteuerung von außerbörslichen Transaktionen, damit diese unattraktiv werden und daher Marktteilnehmer auf regulierte (und damit überwachbare) Börsenplätze ausweichen
  3. Transaktionen die nicht besteuert werden, werden rechtlich NICHT anerkannt
  4. Finanzmittel die nicht von der Finanztransaktionssteuer besteuert wurden, werden nicht als Eigenmittel anerkannt.
  5. Das Herkunftsprinzip (wo der Teilnehmer einer Transaktion herkommt) soll auf Niederlassungen ausgeweitet werden, damit praktisch jede Firma die in einem Teilnehmerstaat eine Niederlassung betreibt, unter die Finanztransaktionssteuer fällt.
  6. Übertragungen von Kapitalmitteln von Unternehmen einer Gruppe die zum Erfüllen von Liquiditätsvorschriften dienen sollen nicht besteuert werden (Landesbanken und Sparkassen)
  7. Nicht-Finanzunternehmen sind bis zu einem Schwellwert ausgenommen von der Finanztransaktionssteuer
  8. Ermäßigter Steuersatz um 50% für Staatsanleihen und Pensionsfonds bis 01. Januar 2017

Alles zusammengenommen hat das Europäische Parlament die Steuer noch verschärft und versucht gleichzeitig die staatseigenen oder nahen Firmen wie Sparkassen und Landesbanken zu schützen. Des Weiteren zeigt auch die Steuerermäßigung von Staatsanleihen, dass man versucht andere Anlageformen unattraktiv zu machen und mehr Gelder von Investoren zu erhalten!

Ihr Sebastian Hell

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Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

in meinem Blog www.transaktionssteuer.info habe ich viele Beiträge rund um die geplante Finanztransaktionssteuer geschrieben. Darunter auch, dass der Handel von Forex wahrscheinlich steuerfrei bleiben wird. Dies ging aus Arbeitspapieren der beteiligten Staaten und auch Berichten von EU-Beobachtern hervor. Unter die Finanztransaktionssteuer sollten demnach Aktien, Anleihen, Termingeschäfte und vieles mehr fallen. Kassageschäfte bei Forex waren jedoch ausgenommen.

Swaps sollen nun inkludiert werden

Ein neuer Artikel spricht allerdings davon, dass Swapgeschäfte ebenfalls unter die Finanztransaktionssteuer fallen sollen. Unter einem Swap versteht man den Austausch von Zahlungen. Beispielsweise könnte eine Speditionsfirma sich mit einer Bank darauf einigen, einen Swap auf Diesel einzugehen. Der Spediteur bekommt dadurch fünf Jahre lange seinen Diesel zu festgelegten Preisen und sichert sich ab. Die Bank spekuliert als Gegenseite natürlich darauf, dass sie den Diesel billiger bekommen kann, als sie diesen an den Spediteur verkauft hat.

Swaps gibt es auch bei FX

Wer Devisen (Forex) handelt, der wird festgestellt haben, dass er einen Swapsatz bezahlen muss oder auch bekommt. Dies liegt daran dass es sich bei Forexgeschäften um Kassageschäfte handelt, die binnen zwei Tagen abgewickelt sein müssen. Da jedoch die Trader die gehandelten Devisen nicht entgegen nehmen wollen und damit das Geschäft auch nicht auslaufen soll, wird am Ende jeden Tages die Position „gerollt“. Praktisch ist dies eine Schließung und Neueröffnung, die der Kunde jedoch nicht merkt und die vom Broker übernommen wird. Sollten nun die Kassageschäfte sofern sie länger als einen Tag gehalten werden als Swap betrachtet werden, ist mit einer Besteuerung dieser auch zu rechnen!

Ihr Sebastian Hell

 

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Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

dies hier ist die Fortsetzung von Argumente von OXFAM (und warum sie nicht stichhaltig sind).

OXFAM schreibt:

Was wird besteuert?

Die Finanztransaktionssteuer ist eine Umsatzsteuer auf den Handel mit Finanzprodukten. Das heißt, dass beim Kauf und Verkauf von Aktien, Währungen, Anleihen, Derivaten etc. an Börsen und im außerbörslichen Handel die Steuer gezahlt werden muss.

Manche Akteure wollen bestimmte Finanzprodukte ausklammern, z.B. Derivate, oder wollen nur den Börsenhandel einbeziehen. Das würde jedoch die Wirkung der Steuer reduzieren und es würden deutlich weniger Einnahmen erzielt.

Quelle (www.oxfam.de)

Meine Antwort:

Es ist falsch die Steuer als eine Umsatzsteuer wie die Mehrwertsteuer zu bezeichnen. Die Mehrwertsteuer fällt nur beim Endkunden an und besitzt keinen Kaskadeneffekt. Die Finanztransaktionssteuer würde bei jeder Transaktion auch innerhalb des Unternehmens anfallen und damit die Kosten explodieren lassen. Vor allem Betriebe die sich absichern wollen, wären am meisten bestraft!

Wer muss die Steuer bezahlen?

Jeder, der mit Finanzprodukten handelt, muss die Steuer zahlen. Betroffen sind aber vor allem hochspekulative Finanzgeschäfte, d.h. wenn zum Beispiel Spekulanten, innerhalb von Millisekunden in großem Umfang Finanzprodukte kaufen und verkaufen. Mit computergesteuerten Spekulationen können sie so enorme Gewinne machen. Sparer, die langfristig anlegen, würden von der Steuer nur minimal betroffen. Die Abgaben sind kaum spürbar und liegen weit unter den Gebühren, die von den Banken zur Verwaltung der Depotkonten erhoben werden.

Quelle (www.oxfam.de)

Dies stimmt auch nicht. Gerade Sparer die in Versicherungsproduktem, Fonds und Riester-Verträge investieren werden gemolken. Der Kleinanleger kann seinen Sitz nicht ins Ausland verlegen und ist daher voll von der Finanztransaktionssteuer betroffen. Nähere Ausführungen finden Sie auch hier!

Ihr Sebastian Hell

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Sebastian: Danke, dass Du mir ein Interview gibst.  Kannst Du bitte unseren Lesern etwas über Deinen Hintergrund als Trader erzählen?

KarinRoller_Klein_1Karin: Ende letztes Jahrtausend wurde ich vom Börsenvirus infiziert. Der Einstieg damals erfolgte mit klassischen Aktien, dann kamen mit der Zeit Derivate hinzu – und hängen geblieben bin ich vor einigen Jahren an der Forex. Währungshandel ist stark technisch geprägt, so dass ich als Technische Analystin mit Ichimoku und Fibonacci meine „Spielwiese“ gefunden habe.

Sebastian: Du handelst primär Devisen, wird es hier Einschränkungen für Dein Trading geben aufgrund der Finanztransaktionssteuer geben?

Karin: Insbesondere beim Devisenhandel am Spotmarkt gibt es zwei diametral auseinandergehende  Meinungen: Die einen sagen FTT-pflichtig, die anderen sagen nicht FTT-pflichtig … wäre natürlich schön, wenn nicht FTT-pflichtig (FTT = Financial Transaction Tax).

Aber davon abgesehen wird diskutiert, dass Unternehmen, die Währungsrisiken hedgen, von der FTT ausgenommen werden sollen  …. gleiches gilt für die Fondsbranche.  Das ist eine krasse Ungleichbehandlung – die Großen lässt man wie üblich laufen.

Angenommen, der Handel am Devisen-Spotmarkt ist FTT-pflichtig, dann ist die Rechnung relativ einfach. Bei einem Lot = 100.000 Euro werden (vermutlich) 0,01% = 10 Euro je Half Turn fällig, für den Round Turn also 20 Euro. Da ich nicht scalpe, sondern trendfolgend unterwegs bin und gerne mal ein paar duzend Pips mitnehme, macht das eigentlich nicht so viel aus.

Nach meinem jetzigen Kenntnisstand ist es aufgrund der in die FTT eingebauten Steuervermeidungsstrategien von Deutschland aus kaum bis gar nicht möglich, als privater Trader die FTT zu umgehen. Ein Lichtblick ist, dass Finanzminister Schäuble für den Bundeshaushalt 2014 noch keine Einnahmen aus der FTT geplant hat und dass auch noch in Brüssel über die Ausgestaltung diskutiert wird.

Die Hoffnung stirbt zuletzt  – insbesondere an der Börse!

Sebastian: Was hältst Du grundsätzlich von einer Finanztransaktionssteuer?

Karin: Nichts.

Für mich ist die FTT erstens nur Wahlkampftheater und zweitens eine Steuer mehr, über die die klammen Regierungen  versuchen, ihre Haushalte zu sanieren, anstatt sinnvoll zu sparen.

Blicken wir mal 111 Jahre zurück: 1902 wurde die Schaumweinsteuer eingeführt. Damit sollte die kaiserliche Flotte finanziert werden. Die kaiserliche Flotte gibt es längst nicht mehr – die Steuer ist aber bis heute geblieben. Ist eine Steuer erst einmal eingeführt, dann bleibt sie uns auch erhalten. Der Soli ist auch ein gutes Beispiel dafür. Der wurde 1991 eingeführt – als temporäre Steuer. 23 Jahre später zahlen wir immer noch …

Zurück zur FTT: Die soll eingeführt werden, um die Finanzmärkte zu stabilisieren. Wie soll eine Transaktionssteuer die Finanzmärkte stabilisieren? Sicher – margenarmer Hochfrequenzhandel wird eingedämmt, auch Scalper müssen sich womöglich eine neue Strategie suchen. Aber stabilisiert das die Finanzmärkte?  Zumal von den „Großen“ für die Großen der Branche Ausnahmen gefordert werden.

Die FTT durchgerechnet auf einen FDAX-Kontrakt sieht so aus: Besteuert wird der Nominalbetrag. Angenommen, der FDAX steht bei 8.000 Punkten, dann sind das 200.000 Euro Nominal. Davon 0,01% macht je Transaktion 20 Euro, für einen Round Turn damit 40 Euro. Also knapp zwei Punkte im FDAX. Da muss jeder seine Strategie daraufhin abklopfen, ob sie sich tatsächlich noch lohnt. Die FTT muss immer abgeführt werden – egal ob der Trade im Gewinn oder im Verlust endet. Und die Gewinne werden über weitere Steuern abgeschöpft.

Sebastian: Sollte aus Deiner Sicht von staatlicher Seite aus in den Handel eingegriffen werden um Finanzkrisen zu verhindern oder reguliert sich der Markt ohnehin langfristig von alleine?

Karin: Finanzkrisen können nicht mit einer Transaktionssteuer verhindert oder finanziert werden. Da müssen die Finanzinstitute zu wesentlich mehr Transparenz gezwungen werden und deren zum Teil dubiosen Geschäfte reguliert werden. Das Risiko muss der Kapitalbasis angepasst werden. Ich drücke das sicher laienhaft aus, aber nehmen wir beispielsweise einen privaten Trader, der sich überhebelt und sein Konto platt gemacht hat. Der ist pleite! Der Staat springt nicht ein und schießt auch kein Geld zu, so dass er mit seiner schlechten Strategie und schlechtem Risk- und Moneymanagement weitermachen kann!

Aber die Finanzinstitute sind „Systemrelevant“ und  „too big to fail“ – und dürfen locker flockig weitermachen mit ihrem schlechten Geschäftsmodell. Die Gewinne werden privatisiert und die Verluste werden sozialisiert.  Und keiner traut sich, die Notbremse zu ziehen – außer Island vielleicht. Und solange die Regierungen einspringen und pleite gegangene Finanzinstitute retten, gibt es auch keinen Grund für die anderen, etwas am Geschäftsmodell zu ändern.

Sebastian: Hast Du spezielle Maßnahmen geplant wenn die Finanztransaktionssteuer kommt? Umzug in ein anderes Land oder Handel anderer Märkte?

Karin: Der Umzug in ein warmes Land ist sicher eine Option, um dem kalten Wetter zu entgehen. Aber die FTT kann damit alleine nicht umgangen werden. Durch das Ansässigkeitsprinzip und das Ausgabeprinzip sollen Steuervermeidungsstrategien verhindert werden. Es entsteht die Steuerschuld, sobald eine der Transaktionsparteien in einem der teilnehmenden Mitgliedsstaaten ansässig ist, beziehungsweise wenn das gehandelte Finanzprodukt von einem der teilnehmenden Staaten ausgegeben wurde. Sobald also zum Beispiel der FDAX oder der Bund-Future der EUREX gehandelt wird – egal von wem und wo – wird die FTT fällig – das ist das Ausgabeprinzip. Den Bund vom sonnigen Hawaii aus zu handeln ist also FTT-pflichtig. Genauso FTT-pflichtig ist es allerdings, wenn ich von Deutschland aus den S&P Future handle – das ist das Ansässigkeitsprinzip. Erst wenn keiner der an der Transaktion Beteiligten in einem der teilnehmenden Staaten ansässig ist und ebenso das Produkt, dann besteht keine FTT-Pflicht. Hawaii mit US-Broker und S&P Future wäre also FTT-frei.

Wenn es bei der geplanten Ausgestaltung der FTT bleibt, ist es als privater Trader nicht einfach,  der FTT zu „entgehen“.  Geht nur über Umzug und andere Märkte … aber insbesondere ein Umzug muss wohl überlegt sein. Und dann muss die FTT erst noch beschlossen und umgesetzt werden.

Sebastian: Vielen Dank für das Interview!

Interview zur Finanztransaktionssteuer mit Karin Roller, Deutschland, Vorstandsmitglied VTAD e.V.

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Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

auf der Seite http://www.oxfam.de/informieren/steuer-gegen-armut einem Verfechter der Finanztransaktionssteuer mit tollen Videos und werbewirksamen Bildchen gibt es eine sehr interessante Sparte mit Fragen und Antworten auf die Finanztransaktionssteuer. Ich werde in den nächsten Beiträgen meine eigenen Kommentare zu den OXFAM Analysen abgeben.

Den Anfang machen wir mit Frage 1 von OXFAM:

Warum soll eine Finanztransaktionssteuer eingeführt werden?

Weil es gerecht ist! Auch nach der größten Wirtschafts- und Finanzkrise seit 80 Jahren machen Spekulanten nach wie vor hohe Gewinne und Finanzjongleure streichen dicke Boni ein. Die Verantwortung der Finanzindustrie für die Weltwirtschaftskrise ist unbestritten, doch die Kosten der Krise zahlt sie bislang nicht. Die Steuerzahler in reichen Ländern und die Bevölkerung in armen Ländern tragen bislang die größte Last bei der Bewältigung der Krise. Außerdem: Für den Kauf von Brot oder einer Tasse Tee zahlen wir Steuern, wie auf alle Produkte und Dienstleistungen. Nur der Handel mit Finanzprodukten ist bisher steuerfrei – warum eigentlich?

Zudem wird durch die Einführung der Finanztransaktionssteuer zukünftigen Krisen vorgebeugt. Werden computergesteuerte Spekulationen im Milli-Sekundenbereich mit einer Steuer belegt, dann wären Finanzgeschäfte dieser Art zunehmend unrentabel. Diese Spekulation könnte mit der Finanztransaktionssteuer also verlangsamt und eingedämmt werden. Die Finanzmärkte würden damit stabilisiert.

Quelle (www.oxfam.de)

Meine Antwort:

Der Text von OXFAM liest sich für einen Außenstehenden toll. Die bösen Banker verdienen viel Geld und müssen keine Steuern zahlen. Von den horrenden Steuern in Deutschland die sich Abgeltungssteuer, Gewerbesteuer, Einkommenssteuer und andere nennen, hat OXFAM offenbar noch nichts gehört. Auch die Behauptung, dass Geschäfte im Millisekundenbereich an der Krise Schuld waren ist kompletter Unfug. Es handelte sich um eine maßlose Verbriefung von Immobilienkrediten und deren Weiterverkauf in Form von CDOs und anderen Produkten. Der High Frequency Handel der hier genannt wird, hilft dem Markt eher eine tiefere Liquidität zu bekommen. Des Weiteren werden bei Einführung der Steuer alle HFT-Händler garantiert ihren Handel woanders hin verlegen. Steuereinnahmen sind nicht zu erwarten, eher ein Markt der mit erratischen Bewegungen auffallen wird, da das Volumen fehlt!

Ihr Sebastian Hell

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Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

in meinem letzten Artikel „Die Zeit des Erwachens“ hatte ich darauf verwiesen, dass erste Politiker auf den Unsinn und die enormen Mehrkosten einer Finanztransaktionssteuer hingewiesen haben. Dies sorgte für allgemeinen Aufruhr in der Politik und öffentliche Stellungnahmen. Nach aktueller Lesart wird die Steuer nicht mehr Anfang 2014 eingeführt werden. Lesern meines Blogs war dies klar, da Wolfgang Schäuble die zu erwartenden zehn Milliarden Euro, dann in den Haushalt eingeplant hätte.

Statt zehn nur eine Milliarde Euro

Es war auch zu lesen, dass man einige Finanzgeschäfte ausnehmen wolle. Darunter höchstwahrscheinlich Repo-Geschäfte die der Finanzierung von Banken dienen. Allein eine Besteuerung dieser Geschäfte würde zu einer Kostenexplosion führen und viele Banken, darunter die Landesbanken in die Knie zwingen. Über weitere Ausnahmen wie den Handel von Versicherungskonzernen, Altersvorsorgen und vielem mehr wird diskutiert.

Die Dummen bleiben übrig

Am Ende wird die Finanztransaktionssteuer eingeführt werden und die Privatleute dürfen diese bezahlen. Dies ist keine Aussage der Politiker sondern eine Prognose von mir! Nach viel Aufsehen um die Steuer, können die Politiker nicht ihr Gesicht verlieren. Also werden am Ende die die Steuer bezahlen die sich nicht dagegen wehren können. Ich hoffe, dass ich mit der Prognose falsch liege doch die Vergangenheit zeigt leider, dass sich Steuerprojekte oftmals in diese Richtung entwickeln.

Ihr Sebastian Hell

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Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

nachdem monatelang nur „Positives“ seitens der Politiker über die Finanztransaktionssteuer berichtet wurde, melden sich nun erste Kritiker. Die Stimmen innerhalb der Politik werden lauter, die mit drastischen Problemen für die Wirtschaft rechnen. So schrieb beispielsweise der baden-württembergische SPD-Landesvorsitzende und Finanzminister Nils Schmid einen offenen Brief an Wolfgang Schäuble. Schmid äußerte darin seine Bedenken bezüglich der aktuellen Ausgestaltung der Finanztransaktionssteuer. Vor allem die Probleme, die Banken wie der LBBW bevorstehen würden, könnten laut Schmid nicht im Interesse der Politik sein. Das Bundesfinanzministerium war angeblich erstaunt über den Brief und dass ein Politiker es offenbar wagte sich gegen die Steuer zu stellen!

Damit aber nicht genug!

Florian Rentsch, Wirtschaftsminister des Landes Hessen, teilte mit dass sich das Land Hessen gegen die Einführung einer Finanztransaktionssteuer stellen würde. Damit steht er mit seinen Kollegen der FDP im krassen Gegensatz zu Herrn Schäuble, der laut eigenen Aussagen „mit aller Kraft“ für die Einführung der Steuer kämpfen wird. Wie das politische Tauziehen in den nächsten Monaten weitergehen wird bleibt spannend. Gut ist jedoch, dass sich zumindest ein paar wenige Politiker öffentlich gegen die Finanztransaktionssteuer stellen!

Ihr Sebastian Hell

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Sebastian: Danke, dass Du die Zeit für ein kurzes Interview zur Finanztransaktionssteuer gefunden hast. Kannst Du bitte etwas über Deinen Hintergrund als Trader sagen?

joerg_mahnertJörg: Ich bin seit nun mittlerweile 27 Jahren als Trader und Investor aktiv. Mein Spezialgebiet ist die Point&Figure-Charttechnik, die ich in faktisch allen Zeitebenen einsetze. Ich bin als Positions-, Swing und Intraday-Trader mit dieser Charttechnik „unterwegs“. Gehandelt werden faktisch alle Märkte, wobei das Hauptgewicht auf dem Index- und Aktienhandel, kombiniert mit Optionsstrategien liegt.

 

Sebastian: Was hältst Du von der geplanten Finanztransaktionssteuer?

Jörg: Prinzipiell erkenne ich die Notwendigkeit an, dass die Staaten mehr Steuern aus Finanzgeschäften generieren. Allerdings scheint mir die Finanztransaktionssteuer genau der falsche Weg zu sein. Man zielt damit wohl besonders auf den Hochfrequenzhandel ab. Allerdings steht zu erwarten, dass genau die Initiatoren dieses Handels ruckartig auf Finanzplätze ausweichen werden, bei denen diese Steuer nicht anfällt. Dass das plausibel ist, zeigt die 1985 in Schweden eingeführte Börsenumsatzsteuer, die statt erwarteter 165 Millionen Euro pro Jahr nur 9 Millionen einbrachte und 1992 wieder abgeschafft wurde. Es trifft einmal wieder die Falschen, nämlich private Trader.

Sebastian: Wird sich Dein Handel einschränken? Musst Du Deine Strategien oder anderes verändern?

Jörg: Ich werde meinen Positionstraderanteil erhöhen, um die Handelsfrequenz in ihrer Gesamtheit zu senken. Ich bin auch sehr gespannt, wie Derivate nun schlussendlich besteuert werden. Leider herrscht bei den Verantwortlich selber noch mehr als leichte Unschlüssigkeit darüber.

Sebastian: Sollte aus Deiner Sicht in den Handel eingegriffen werden um Finanzkrisen zu verhindern oder reguliert sich der Markt ohnehin langfristig von alleine?

Jörg: Eine sehr schwierige Frage. Eventuell sollte darüber nachgedacht werden, ob wir die seit Jahren herrschende Derivateschwemme in dieser Form weiterführen sollten. Hier sehe ich durchaus den Grund für manche Überreaktionen der Märkte in den vergangenen Jahren.

Sebastian: Hast Du spezielle Maßnahmen geplant wenn die Finanztransaktionssteuer kommt? Umzug in ein anderes Land oder Handel anderer Märkte?

Jörg: Ein Umzug kommt als stolzer Aachener eher nicht in Frage. Aber natürlich wird die Frage, welche Märkte sich steueroptimiert handeln lassen, in der Zukunft immer wichtiger.

Sebastian: Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast!

Interview zur Finanztransaktionssteuer mit Jörg Mahnert, Deutschland, Aktienhändler

 

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Sebastian: Danke, dass Du Dir Zeit nehmen konntest für ein Interview.  Kannst Du bitte unseren Lesern etwas über Deinen Hintergrund als Trader erzählen?

lars_erichsenLars: Sehr gern. Mein Name ist Lars Erichsen, ich bin 41 Jahre alt und habe mich schon während meines Betriebswirtschaftsstudiums intensiv mit den Kapitalmärkten beschäftigt. Durch die fehlenden Aktienkurse und Nachrichten in Echtzeit für Privatanleger, waren diese damals erheblich benachteiligt gegenüber institutionellen Marktteilnehmern. Glücklicherweise haben sich die Umstände deutlich verbessert und so  verdiene ich seit 14 Jahren meinen Lebensunterhalt mit dem Aktienhandel. Zudem bin ich als Chefredakteur für den Inhalt des CFD-Briefes verantwortlich und verantworte außerdem inhaltlich den kostenlosen Trading-Brief.

Sebastian: Wird Dein Handel durch die Einführung einer Finanztransaktionssteuer betroffen sein? Falls Ja, welche Auswirkungen wird es geben?

Lars: Absolut, ja. Ein Großteil meiner Trades verläuft im kurzfristigen Zeitrahmen und zielt auf relativ kleine Gewinnspannen ab. Sofern ich den Ansatz nicht verändere, ist die offensichtliche Auswirkung also eine Schmälerung des Gewinns. Zudem wird es Trades geben die sich nicht mehr lohnen, mein Beitrag zur Liquidität im Markt nimmt also ab.

Sebastian: Was hältst Du grundsätzlich von der Einführung einer Steuer in dieser Form?

Lars: Die Finanztransaktionssteuer ist nicht die einzige, deren Sinnhaftigkeit oder Begründung für ihre Existenz man in Zweifel ziehen darf. Besorgniserregend erscheint mit aber ihre Entstehung. Es war deutlich erkennbar, dass viele EU-Staaten, die heute für die Einführung stimmen würden, ursprünglich dagegen waren und sich dann dem Druck, auch dem finanziellen, größerer Staaten wie Deutschland und Frankreich gebeugt haben. Das ist ein zutiefst undemokratischer Prozess und Wasser auf die Mühlen der Euro-Kritiker. Die Argumentation unseres Finanzministers für eine Finanztransaktionssteuer zeugt von fehlendem Praxiswissen.

Sebastian: Sollte aus Deiner Sicht in den Handel eingegriffen werden um Finanzkrisen zu verhindern oder reguliert sich der Markt ohnehin langfristig von alleine?

Lars: Seit es Notenbanken gibt sind Märkte, streng betrachtet, nicht selbstregulierend. Die letzte Finanzkrise ist ja erst durch das massive Eingreifen der FED entstanden. Ohne große Veranlassung hat Alan Greenspan die Zinsen auf ein Niveau gesenkt, welches die Blase am Immobilienmarkt erzeugt und letztendlich zur Bankenkrise geführt hat. Seitdem ist der Einfluss der Notenbanken sukzessive gestiegen und hat nun fast schon experimentellen Charakter.

Sollten die regulativen Möglichkeiten der Notenbanken nicht mehr ausreichen, bliebe nur noch eine Ausweitung der staatlichen Eingriffe in die wirtschaftlichen Abläufe – keine angenehme Vorstellung. Ich glaube es gibt im Bereich der Energie, Wasser – und Lebensmittelversorgung Bereiche, in denen feste Regeln gelten sollten, die das Grundrecht der Menschen auf diese Güter berücksichtigen. Statt sich hier verpflichtend zu engagieren und außerdem die Grundlagen für Neugründer und mutige Ideen zu verbessern, sucht die Politik einfallslos nach neuen Einnahmequellen, um des Status Quo zu sichern.

Das geht ein wenig über Deine Frage hinaus, aber ich halte diesen Ansatz für ein grundlegendes Problem. Die mögliche Einführung einer Transaktionssteuer ist da nur ein weiteres Symptom. Man kann dieses Phänomen in vielen Bereichen beobachten – allein die Einnahmen aus der Grunderwerbssteuer haben sich in den letzten Jahren fast verdoppelt. Mein Heimatland, Schleswig-Holstein, liegt hier bundesweit sogar an der Spitze.  Entschuldige den kleinen Ausflug.

Sebastian: Du handelst vorwiegend CFDs. Denkst Du, dass Du dadurch Vorteile haben könntest? Eventuell werden diese ausgenommen.

Lars: Privat handele ich überwiegend Aktien. Sollten CFDs tatsächlich ausgenommen werden, dann würde ich dies in der Strategie  berücksichtigen. Für die Kunden des CFD-Briefes würde ich es mir natürlich wünschen.

Sebastian: Hast Du spezielle Maßnahmen geplant wenn die Finanztransaktionssteuer kommt? Umzug in ein anderes Land oder Handel anderer Märkte?

Lars: Ich lebe mit meiner Frau und meinen beiden Kindern gerne an der norddeutschen Küste und wenn wir mal über einen Umzug ins Ausland nachgedacht haben, dann hat bisher eigentlich häufiger das Wetter eine Rolle gespielt als die steuerliche Situation. Es ist für mich noch nicht abschätzbar, wie negativ der Einfluss durch die Transaktionssteuer werden könnte, da muss ich einfach abwarten.

Generell ist eine Umstellung im Handel nach 14 Jahren natürlich nicht von heute auf morgen zu bewerkstelligen, aber darüber nachdenken werde ich. Lieber wäre es mir, wenn sich die Erkenntnis durchsetzen würde, dass eine derartige Steuer mehr Schaden als Nutzen bringt.

Daher danke ich Dir auch für Deinen Einsatz und Deine Aufklärung rund um dieses Thema und wünsche Dir viel Erfolg!

Sebastian: Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast!

Interview zur Finanztransaktionssteuer mit Lars Erichsen, Deutschland, CFD-Trader

 

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