Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

zum Thema Finanztransaktionssteuer habe ich einen interessanten Artikel in der „Frankfurter Rundschau“ gelesen. Sie finden den Artikel hier.

In einem Absatz wird über Schweden als Negativbeispiel geschrieben und warum dieses Beispiel nicht als Gegenargument gegen die Einführung der Steuer angeführt werden darf.

Hartnäckig hält sich auch die These, Schweden sei ein Negativbeispiel für die Steuer. Dort war die im Jahr 1985 eingeführte Börsenumsatzsteuer tatsächlich ein Desaster. Der Handel mit Anleihen und Futures ging nach ihrem Start innerhalb kürzester Zeit um bis zu 90 Prozent zurück. Einnahmen für den Fiskus gab es praktisch nicht, denn ein Mausklick genügte und die Händler wichen einfach auf den Börsenplatz London aus. Der Konstruktionsfehler des schwedischen Gesetzes bestand darin, dass es entscheidend war, wo der Trader in die Computer tippte. Nur wenn der Rechner im Land stand, war die Transaktion auch steuerpflichtig. So war es sehr einfach, das Geschäft auf einem anderen Handelsplatz in Auftrag zu geben.
Nun ist Europa klüger: Im Vorschlag der EU-Kommission soll es darauf ankommen, wo die Händler – also meist Banken – ihren Firmensitz haben. Nur wenn man seinen Sitz aus dem Geltungsbereich der Steuer komplett heraus verlagert, könnte man sie dann umgehen. Also sagt die Deutsche Bank Deutschland Ade? Wohl eher nicht.“

Besonders der Satz: „Also sagt die Deutsche Bank Deutschland Ade? Wohl eher nicht.“ erregte meine Aufmerksamkeit. Dies ist viel zu kurz gedacht und nur auf den ersten Blick logisch!

Höchstwahrscheinlich wird die Deutsche Bank ihren Sitz nicht verlagern.
ABER
: Sie kann dem Beispiel der US-Banken folgen wie diese die „Volcker-Rule“ umgangen haben und weiterhin umgehen.

Die „Volcker-Rule“ wurde im Zusammenhang mit der Finanzkrise eingeführt und verbietet US-Banken den Handel mit Produkten die nicht im Interesse ihrer Kunden sind. In der Regel ist hiermit der Eigenhandel gemeint.

Umgangen werden konnte das neue Gesetz ganz einfach. Banken gliederten ihre Handelsabteilungen in Tochterfirmen in Hongkong, Singapur, Moskau oder Zürich aus. Des Weiteren wurden Hedge Fonds gegründet in die die Banken investierten. Dadurch konnte das neue Gesetz leicht ausmanövriert werden.

Was denken Sie nun, was Firmen machen werden die von der Steuer betroffen sind?

Ganz einfach: Tochterfirmen im Ausland mit Sitz im Ausland eröffnen und der Handel kann weitergehen.

Ihr Sebastian Hell

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Ein Gedanke zu “Zu kurz gedacht – Warum das Beispiel Schweden doch richtig ist …

  1. Pingback: Kann der Trader auf die Finanztransaktionssteuer reagieren?

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