Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

die Firma ICAP aus London ist laut eigenen Angaben der weltgrößte Broker.  Über eine Milliarde Pfund Umsatz macht das Unternehmen mit Sitz in London, New York, Tokio und 20 weiteren Standorten pro Jahr. Über 3.000 Mitarbeiter arbeiten für die Firma. Die Stimme des Unternehmens hat durchaus Gewicht und daher möchte ich nachfolgend die Kernpunkte aus einer jüngst veröffentlichten Studie zusammenfassen.

  1. Die Wirtschaften der teilnehmenden Länder werden nachhaltig durch die Einführung einer Finanztransaktionssteuer geschädigt. Anstelle einer Verringerung des Handels, werden sich die Beteiligten einfach in anderen Ländern niederlassen, die nicht unter die Finanztransaktionssteuer fallen. Für Großfirmen ist dies relativ einfach durch die Gründung neuer Niederlassungen und Tochterfirmen möglich.
  2. Innerhalb der Teilnehmerländer ansässige Banken und Firmen werden einen gravierenden Wettbewerbsnachteil erfahren. Die Transaktionskosten steigen massiv an. Institute außerhalb der Zone der Finanztransaktionssteuer können erheblich bessere Angebote machen und werden dadurch ihre Marktanteile ausbauen können. ICAP erwartet, dass Firmen die von der Finanztransaktionssteuer betroffen sind, primär Geschäfte mit Unternehmen außerhalb der elf teilnehmenden Länder machen werden.
  3. Großbritannien könnte durch eine Welle von Neugründungen profitieren, wenn Unternehmen ihren Sitz nach England verlagern um die FTS (Finanztransaktionssteuer) zu umgehen. Erhöhte Steuereinnahmen wären die Folge.
  4. Die Verteilung der Einnahmen könnte zu einem großen Streitpunkt innerhalb der EU werden.
  5. ICAP bezweifelt, dass eine Einführung ab 2014 in der geplanten Form möglich ist. Eine zentrale Behörde für die Überwachung der Finanztransaktionssteuer müsste geschaffen werden. Diese müsste vor allem auch den Handel in Ländern überwachen die nicht an der FTS teilnehmen. Ein derartiger Großapparat würde deutlich länger als Januar 2014 benötigen um funktionsfähig zu sein.

 

Ihr
Sebastian Hell

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Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

die Ausgestaltung der Finanztransaktionssteuer scheint nun Form anzunehmen. Bisher war nicht ganz klar wie die Steuer aussehen wird. Wird es eine italienische Lösung geben, die dem Ausgabeprinzip entspricht oder eine wie von Deutschland geforderte Ausgestaltung nach dem Herkunftsprinzip. Bevor ich weiter ausführe, sollten die beiden Prinzipien kurz erklärt werden.

  • Ausgabeprinzip

    Hierbei fällt die Steuer auf Finanzprodukte an, die der Steuer unterliegen und in den Ländern ausgegeben werden, die bei der Finanztransaktionssteuer mitmachen. Bestes Beispiel hierfür sind Italien und Frankreich. Die Staatsbürger und Ausländer werden beim Handel der ausgewählten Produkte besteuert, sonst aber nicht. Wenn also ein Italiener oder Franzose in New York Futures handelt, dann wird er nicht besteuert. Handelt er oder ein Ausländer jedoch die Aktien die unter die FTS fallen, dann fällt die Steuer an. Diese Variante kann leicht umgangen werden indem man einfach im Ausland handelt.

  • Herkunftsprinzip

    Hier wird es (zumindest für den Fiskus) schon spannender. Herkunftsprinzip bedeutet, dass alle Staatsbürger die in den teilnehmenden Ländern leben, Steuer auf alles bezahlen müssen was die Politiker für gut (oder schlecht) befinden. Ein Deutscher müsste also dann die Steuer auf deutsche Finanzprodukte aber auch amerikanische oder asiatische Werte bezahlen sofern die Politiker diese mit besteuern (mit Sicherheit wird der Fiskus auch Auslandswerte besteuern).

Doppelt hält besser!

Mit dem Herkunftsprinzip ist es aber nicht getan! Es ist geplant auch das Ausgabeprinzip zur Geltung kommen zu lassen. Dadurch will man auch verdienen, wenn Ausländer Finanzprodukte in den Teilnehmerländern der FTS handeln. So versucht man die Finanzplätze vollends zu ruinieren!

Was kann man machen?

Betrachtet man die aktuelle Gesetzesvorlage sieht es danach aus, als ob der Handel unmöglich werden wird, zumindest für kurzfristige Händler. Allerdings scheint es auch Lösungen zu geben. Diese werde ich jedoch erst präsentieren wenn die Gesetzesvorlage entsprechend abgeschlossen ist. Derzeit bin ich mit Anwälten und Steuerberatern in Kontakt, um eine saubere Lösung zu finden die FTS legal zu umgehen.

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Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

ich hatte in meinem Beitrag „Italien führt nun auch die Finanztransaktionssteuer ein“ versprochen, dass ich mit einigen befreundeten Tradern sprechen werde. Unter anderem habe ich mich mit Dr. Andrea Unger, dem dreifachen Weltmeister im Trading unterhalten.

Er sieht die Einführung der Steuer ganz locker und befürchtet dadurch keine Eingriffe in seinen Handel. Nur die größten Aktien mit einer Marktkapitalisierung von über 500 Millionen Euro werden besteuert. Allerdings auch nur dann, wenn man die Position über Nacht hält. Da die meisten italienischen Profi- und Privat-Trader sowieso Daytrading oder Scalping betreiben, geht von der Steuer keine Gefahr aus.

Futures werden nur gering besteuert

Von Devisentransaktionen ist sowieso keine Rede gewesen und die Steuer auf italienische Futures liegt laut Dr. Unger im Bereich von 0,75 Euro. Der Rest ist frei und ohne Finanztransaktionssteuer. Trader sind erleichtert, da die Steuer mehr politischen Nutzen hat, aber wenig bis kaum in den Handel von Profi-Tradern eingreift.

Wie sehen es die Broker?

Ich habe einige Anfragen an befreundete Broker verschickt, aber bisher nur die Auskunft erhalten, dass die Rechtsanwälte und Steuerberater der Firmen gerade alles prüfen und man zu gegebener Zeit ein Statement veröffentlichen wird.

Ich werde gerne den Standpunkt der Broker durchgeben, sobald ich Neuigkeiten habe. Grundsätzlich verstehen jedoch die Finanzfirmen selbst nicht wie genau die Abgabe der Steuer erfolgen soll.

Man muss sich vor Augen halten, dass wenn ein deutscher Kunde ein außerbörsliches Derivat (CFD) auf eine italienische Aktie in London handelt, es schwierig wird die Steuer abzuführen beziehungsweise der italienische Staat dies gar nicht kontrollieren kann. Hier liegt noch einiges im Argen und es scheint mir, als ob die italienische Steuer nicht wirklich durchdacht war.

Weitere Infos zum Thema CFDs und Finanztransaktionssteuer finden Sie auch in meiner Kolumne „Kann man die Finanztransaktionssteuer umgehen?“

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Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

eine Finanztransaktionssteuer funktioniert wie eine Mehrwertsteuer auf börsliche und außerbörsliche Produkte. Kauft oder verkauft der Investor ein finanzielles Produkt, so muss er die Finanztransaktionssteuer zusätzlich an den Staat abführen. Diese beträgt im Schnitt knappe 0,1 %. Die Funktion der Finanztransaktionen ist zum einen, kurzfristige Spekulationen zu vermeiden. So ist es schlicht aufgrund der Abgabe unrentabel für Anleger, ausschließlich kurzfristig zu denken. Außerdem ist es eine weitere Möglichkeit für Staaten, Steuereinnahmen zu erhöhen.

Frühformen der Finanztransaktionssteuer

Die frühste Form der Finanztransaktionssteuer trat im 17. Jahrhundert in England auf. Hier wurde eine Steuer auf den Stempel belegt, die bei jeder Finanztransaktion bezahlt werden musste. Eine ähnliche Steuer wurde 1881 von Preußen eingeführt, die bis 1992 Bestand hatte.

Alles begann mit Keynes

Der englische Ökonom John Maynard Keynes war der Erste, der die Idee einer expliziten Finanztransaktionssteuer verfolgte. Nach der großen Depression im Jahre 1936 argumentierte Keynes, dass die kurzfristige Spekulation eingedämmt werden müsse, indem man die Finanztransaktionssteuer einführt. Dies würde den Firmen erlauben, sich auf längerfristige Gewinnmaximierung zu konzentrieren. Auf der anderen Seite entkräftete er sein eigenes Argument, da er befürchtete, dass die Liquidität einiger Branchen durch eine solche Steuer gefährdet werden würde.

Keynes Schüler setzte seine Arbeit fort

Die Tobin-Steuer geht auf einen der Schüler Keynes zurück. James Tobin hatte eine Steuer entwickelt, mit der er vor allem den Devisenmarkt nach dem Zusammenbruch des Bretton-Wood-Systems die Entwicklung der Währungen an langfristige Faktoren koppeln wollte. Diese Steuer wurde niemals umgesetzt.

Entwicklung in der Europäischen Union

Unter dem Druck der Finanzkrise wurden immer mehr Möglichkeiten diskutiert, die den Handel mit Wertpapieren einschränken sollten. Auch die Finanztransaktionssteuer wurde von unzähligen Experten diskutiert. Insbesondere linke Kräfte propagieren diese Steuer, da es mit ihr möglich wäre, den die Macht des Finanzsektors zu beschneiden. Liberale Wirtschaftswissenschaftler besinnen sich hingegen auf das Argument, das einst Keynes selbst vorgebracht hatte, dass eine Finanztransaktionssteuer bedrohliche Auswirkungen auf die Liquidität der Wirtschaftsinstitutionen haben könnte. Ein Treffen der EU-Finanzminister in Luxemburg am 13. Oktober 2012 beschloss, dass eine ganze Reihe von Staaten in der EU die Finanztransaktionssteuer einführen würde.

Welche Staaten sind dabei?

Frankreich machte am 01. August 2012 den Anfang und führte die Steuer ein. Am 01. März 2013 folgte Italien. Zu Beginn des Jahres 2014 werden womöglich Deutschland, Belgien, Österreich, Portugal, Slowenien, Griechenland, Italien, Spanien, Slowakei und Estland die Finanztransaktionssteuer in ihre Gesetzgebung aufnehmen.

 

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Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

seit dem ersten März 2013 gibt es in Italien die Finanztransaktionssteuer. Damit sind die Italiener das zweite Land nach Frankreich, die im Alleingang eine Steuer auf Börsengeschäfte einführen. Während die französische Steuer nur Augenwischerei ist und nicht wirklich den Handel bestraft, sieht es in Italien ganz anders aus. Hier werden auch außerbörsliche Geschäfte besteuert und die Umgehung der Steuer wie es in Frankreich der Fall ist, ist auch nicht mehr möglich.

Wie sieht es in Deutschland aus?

Finanzminister Wolfgang Schäuble hat die Einnahmen der Steuer noch nicht in den Haushalt für 2014 eingeplant. Er sieht die Einführung frühestens ab 2015, da zuvor noch einige Hürden genommen werden müssen. Dennoch scheint fest zu stehen, dass Deutschland zusammen mit zehn anderen Ländern eine Steuer auf Finanzgeschäfte einführen wird. Auch wenn die Politiker immer wieder darauf verweisen, dass die Steuer vorwiegend von den Banken bezahlt werden soll, zeigt sich schon jetzt, dass dies nicht der Fall sein wird.

Bayer rechnet mit 20 Millionen Euro Mehrkosten pro Jahr!

In einem Interview gegenüber der „Frankfurter Rundschau“, sagte der Leiter der Unternehmensfinanzen von Bayer, dass er mit 20 Millionen Euro Mehrkosten pro Jahr rechne. Diese entstehen primär durch die Finanztransaktionssteuer. Die Absicherung von Devisengeschäften würde sich um das Zehnfache erhöhen. Auch der Einkauf von Rohstoffen oder deren Absicherung über börsliche oder außerbörsliche Derivate würde deutlich teurer. Angenommen Jemand kauft für zehn Millionen Euro Kupfer über ein Derivat. Bei einer Steuer von 0,01 Prozent, fielen Zusatzkosten von 1.000 Euro pro Transaktion an. Normal liegen die Kosten für einen derartigen Deal bei 50 bis 150 Euro. Hinzu kommt noch die Steuer und die gesamte Kalkulation von Unternehmen muss überdacht werden.

Kein Ausweg bisher in Sicht!

Momentan steht noch nicht fest, ob Firmen die sich absichern ausgenommen sind. Wahrscheinlich jedoch nicht!

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Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

vor kurzem habe ich einen sehr interessanten Artikel im Magazin Focus gelesen. Dort wird das Handelsblatt zitiert mit folgender Aussage:

Wenn Finanztitel „einen klaren Bezug“ zu einem der elf Staaten hätten, müsse die Finanzsteuer auf jeden Fall entrichtet werden, „auch wenn keine an dem Geschäft beteiligten Parteien in einem Teilnehmerstaat angesiedelt ist“, zitiert das Blatt aus dem Entwurf.

Quelle: http://www.focus.de/finanzen/news/wirtschaftsticker/hb-eu-will-flucht-vor-finanztransaktionssteuer-verhindern_aid_912064.html

Dies bedeutet übersetzt, dass die Umgehung der Finanztransaktionssteuer durch den Handel von Derivaten an ausländischen Börsenplätzen nicht mehr möglich ist, sofern das Derivat aus einem Land stammt das bei der Finanztransaktionssteuer mitmacht.

Kurz gesagt, eine Verlagerung des FDAX-Handels von der EUREX nach London (wofür es angeblich Pläne seitens der Deutschen Börse geben soll) wird nicht möglich sein. Der in London gehandelte FDAX wird dann ebenfalls voll besteuert.

Die Konsequenzen liegen auf der Hand!

Liquide Futures wie der FDAX oder Bund-Future werden binnen Wochen (wenn nicht Tagen) ihr gesamtes Volumen verlieren. Day-Trader müssen auf andere Werte ausweichen, wenn sie das Berufsverbot durch die Steuer nicht hinnehmen wollen. Dies könnte bombastische Volumenzuwächse für amerikanische Futures und damit die US-Börsen bedeuten.

So schlimm ist es doch nicht!?

Teilweise kurios sind die Kommentare unter den Artikeln der Finanztransaktionssteuer. 0,01 Prozent wäre doch eine tragbare Steuer heißt es dort. Profis können darüber nur schmunzeln.

Aktuell notiert der FDAX bei 7.670 Punkten. Der Gesamtwert des Futures ist 191.750 Euro (Rechnung für Politiker: 7.670 * 25 EUR = 191.750; Warum 25 EUR? Dies ist der Punktwert des FDAX).

Davon 0,01 Prozent an Steuer beträgt 19,175 Euro. Dies mag wenig erscheinen, doch einige Dutzend Transaktionen pro Tag und es bleibt kein Gewinn mehr übrig.

Ihr Sebastian Hell

 

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Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

eine interessante Leserfrage erreichte mich vor wenigen Tagen. Darin ging es um die Frage ob auch Privatleute von der Steuer betroffen seien oder nur Banken und Fonds. Bisher gibt es hierzu wenig Konkretes.

Allerdings wurde seitens der Politik bereits darüber diskutiert die privaten Händler außen vor zu lassen und nicht zu besteuern. Dies klingt auf den ersten Blick nobel, doch muss man hier etwas tiefer gehen und darf diese Aussage nicht einfach so akzeptieren!

Privatleute zahlen auf jeden Fall die Steuer!

Möglicherweise werden private Händler von der Steuer ausgenommen (was ich ehrlich nicht glauben kann, denn die Banken werden ins Ausland fliehen und einer muss gemolken werden). Allerdings haben die meisten Deutschen Sparverträge, Versicherungen und Fonds die sie bei Banken und Fondsgesellschaften verwalten lassen.

Diese werden die Finanztransaktionssteuer bezahlen müssen und reichen die Kosten dafür direkt an die Anleger weiter. Die Folge ist eine noch geringere Rendite als sie ohnehin schon ist. Nur wer alles selbst macht und seine Gelder komplett in Eigenregie verwaltet, könnte profitieren wenn Privatleute ausgenommen sind. Doch kaum Jemand hat die Zeit und Erfahrung dies wirklich selbst zu tun.

Vermeidung der Finanztransaktionssteuer durch Handel von ausländischen Werten?

Eine weitere gute Frage desselben Lesers war, ob man auch Steuer bezahlen müsse wenn man US-Futures handle. Angenommen in Deutschland wird die Steuer wie schon öfter in diesem Blog beschrieben eingeführt. Die Steuer würde dann auf deutsche Aktien und wahrscheinlich Futures anfallen. Doch was passiert wenn man als Deutscher weiterhin in den USA seine Futures handelt?

Auch hier gibt es bisher keine genauen Aussagen. Laut aktueller Vorlage sieht es danach aus, dass diese Werte nicht betroffen sind. Man handelt in den USA seine Produkte über eine US-Börse.

Normalerweise ist das nicht das Einflussgebiet der deutschen Politiker und man kann eigentlich nicht einfach eine Steuer auf US-Werte erheben. Tendenziell würde ich daher sagen, dass beim Handel von US-Futures nichts passieren dürfte. Gleiches gilt auch für CFDs und FX-Produkte die derzeit komplett außen vor gelassen werden und sich in Frankreich größerer Beliebtheit erfreuen, da man steuerfrei weiterhandeln kann.

Ihr Sebastian Hell

 

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Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

auf meinen letzten Blogeintrag „Zu kurz gedacht – Warum das Beispiel Schweden doch richtig ist …“ erhielt ich sehr viel positives Feedback. Dabei tauchte auch verstärkt die Frage auf, wie man als privater Trader reagieren sollte und ob es Möglichkeiten gebe die Steuer zu umgehen.

Derzeit sieht es ganz danach aus, als ob die Finanztransaktionssteuer an den Sitz des Händlers gebunden ist. Das bedeutet, dass die Länder die an der Steuer teilnehmen alle Trader die in den jeweiligen Ländern sitzen besteuern können und werden. Daher hatte ich darauf verwiesen, dass die Deutsche Bank über Tochterfirmen die Steuer umgehen könne. Dieses Konzept griff vor Kurzem auch eine österreichische Tageszeitung auf.

Was kann man tun?

Sollte die Finanztransaktionsteuer wirklich so eingeführt werden wie oben erwähnt, bleibt einem Trader wahrscheinlich nur der Umzug. Länder wie Gibraltar, Malta oder auch Lettland haben sehr traderfreundliche Steuersätze.

Eventuell bietet sich auch Tschechien an, da in Prag einer der größten europäischen High Frequency Trader sitzt und dies nicht ohne Grund. Gibraltar bietet gute Flat Tax Systeme und exzellente Internetverbindungen. Befreundete Händler sitzen dort seit Jahren und auch einige Eigenhandelsfirmen.

CFDs und Forex als Ausweg?

Wenn man nicht umziehen will oder kann weil man Verpflichtungen hat oder das Trading nur einen geringen Teil zum Einkommen beiträgt, wird es deutlich schwieriger. Möglicherweise kann man die Steuer durch CFDs und Forexhandel (Foreign Exchange = Devisen) umgehen.

In allen Artikeln und Entwürfen rund um Die Finanztransaktionssteuer die ich lese, ist die Rede von Anleihen, Aktien und ab und an auch Termingeschäften. Von Differenzkontrakten wie CFDs wird nicht gesprochen und Devisen sollen solange diese Kassa gehandelt werden (klassischer FX-Handel) auch ausgenommen sein.

Der CFD-Markt könnte dadurch einen richtigen Boom erleben, ähnlich dem Wachstum in England. Dort wurden CFDs eingeführt um die Stempelsteuer des Königreichs zu umgehen. Wer sich mit CFDs und Devisenhandel nicht wohlfühlt und auch nicht umziehen kann, für den sehe ich derzeit noch keine Lösung. Eventuell ergibt sich etwas wenn die Pläne der Regierung konkretisiert werden.

Ihr Sebastian Hell

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Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

das Thema Finanztransaktionssteuer wird in den Medien immer populärer. Dennoch gibt es keinen vernünftigen Blog der zeitnah über die Auswirkungen dieser Steuer und die aktuellen Pläne der EU-Regierungen berichtet. Ich will daher an dieser Stelle für Aufklärung sorgen und die Steuer und deren Folgen aus Sicht eines Finanzmarkthändlers kommentieren.

Sie werden hier aktuelle Neuigkeiten sowie meine Kommentare dazu finden. Gelinde gesagt, ist diese Steuer ein Witz und wird niemals die geplanten Ziele erreichen. Deutschland und Österreich planen die Einführung ab 2014. Aus dem deutschen Finanzministerium hört man jedoch, dass eine Einführung wohl erst 2016 möglich sei. Dennoch hielt dies die Planer nicht davon ab, potentielle Einnahmen schon 2014 zu verbuchen.

Unbestätigt ist auch wohin die Steuer fließen soll: Direkt nach Brüssel als erste EU-Steuer oder zu den einzelnen Ländern? Hier liegt noch viel im Argen und von den negativen Auswirkungen auf die Märkte und der Kapitalflucht ins Ausland ganz zu schweigen. Wir werden Sie regelmäßig über die neusten Stände auf dem Laufenden halten!

Ihr Sebastian Hell