Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

auf der Seite http://www.oxfam.de/informieren/steuer-gegen-armut einem Verfechter der Finanztransaktionssteuer mit tollen Videos und werbewirksamen Bildchen gibt es eine sehr interessante Sparte mit Fragen und Antworten auf die Finanztransaktionssteuer. Ich werde in den nächsten Beiträgen meine eigenen Kommentare zu den OXFAM Analysen abgeben.

Den Anfang machen wir mit Frage 1 von OXFAM:

Warum soll eine Finanztransaktionssteuer eingeführt werden?

Weil es gerecht ist! Auch nach der größten Wirtschafts- und Finanzkrise seit 80 Jahren machen Spekulanten nach wie vor hohe Gewinne und Finanzjongleure streichen dicke Boni ein. Die Verantwortung der Finanzindustrie für die Weltwirtschaftskrise ist unbestritten, doch die Kosten der Krise zahlt sie bislang nicht. Die Steuerzahler in reichen Ländern und die Bevölkerung in armen Ländern tragen bislang die größte Last bei der Bewältigung der Krise. Außerdem: Für den Kauf von Brot oder einer Tasse Tee zahlen wir Steuern, wie auf alle Produkte und Dienstleistungen. Nur der Handel mit Finanzprodukten ist bisher steuerfrei – warum eigentlich?

Zudem wird durch die Einführung der Finanztransaktionssteuer zukünftigen Krisen vorgebeugt. Werden computergesteuerte Spekulationen im Milli-Sekundenbereich mit einer Steuer belegt, dann wären Finanzgeschäfte dieser Art zunehmend unrentabel. Diese Spekulation könnte mit der Finanztransaktionssteuer also verlangsamt und eingedämmt werden. Die Finanzmärkte würden damit stabilisiert.

Quelle (www.oxfam.de)

Meine Antwort:

Der Text von OXFAM liest sich für einen Außenstehenden toll. Die bösen Banker verdienen viel Geld und müssen keine Steuern zahlen. Von den horrenden Steuern in Deutschland die sich Abgeltungssteuer, Gewerbesteuer, Einkommenssteuer und andere nennen, hat OXFAM offenbar noch nichts gehört. Auch die Behauptung, dass Geschäfte im Millisekundenbereich an der Krise Schuld waren ist kompletter Unfug. Es handelte sich um eine maßlose Verbriefung von Immobilienkrediten und deren Weiterverkauf in Form von CDOs und anderen Produkten. Der High Frequency Handel der hier genannt wird, hilft dem Markt eher eine tiefere Liquidität zu bekommen. Des Weiteren werden bei Einführung der Steuer alle HFT-Händler garantiert ihren Handel woanders hin verlegen. Steuereinnahmen sind nicht zu erwarten, eher ein Markt der mit erratischen Bewegungen auffallen wird, da das Volumen fehlt!

Ihr Sebastian Hell

E-Mail Alarm

Kostenloser E-Mail Alarm wenn es neue Beiträge zum Thema Argumente von OXFAM, Teil 1 gibt!

Datenschutzgarantie: Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben!

 

Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

in meinem letzten Artikel „Die Zeit des Erwachens“ hatte ich darauf verwiesen, dass erste Politiker auf den Unsinn und die enormen Mehrkosten einer Finanztransaktionssteuer hingewiesen haben. Dies sorgte für allgemeinen Aufruhr in der Politik und öffentliche Stellungnahmen. Nach aktueller Lesart wird die Steuer nicht mehr Anfang 2014 eingeführt werden. Lesern meines Blogs war dies klar, da Wolfgang Schäuble die zu erwartenden zehn Milliarden Euro, dann in den Haushalt eingeplant hätte.

Statt zehn nur eine Milliarde Euro

Es war auch zu lesen, dass man einige Finanzgeschäfte ausnehmen wolle. Darunter höchstwahrscheinlich Repo-Geschäfte die der Finanzierung von Banken dienen. Allein eine Besteuerung dieser Geschäfte würde zu einer Kostenexplosion führen und viele Banken, darunter die Landesbanken in die Knie zwingen. Über weitere Ausnahmen wie den Handel von Versicherungskonzernen, Altersvorsorgen und vielem mehr wird diskutiert.

Die Dummen bleiben übrig

Am Ende wird die Finanztransaktionssteuer eingeführt werden und die Privatleute dürfen diese bezahlen. Dies ist keine Aussage der Politiker sondern eine Prognose von mir! Nach viel Aufsehen um die Steuer, können die Politiker nicht ihr Gesicht verlieren. Also werden am Ende die die Steuer bezahlen die sich nicht dagegen wehren können. Ich hoffe, dass ich mit der Prognose falsch liege doch die Vergangenheit zeigt leider, dass sich Steuerprojekte oftmals in diese Richtung entwickeln.

Ihr Sebastian Hell

E-Mail Alarm

Kostenloser E-Mail Alarm wenn es neue Beiträge zum Thema Ende der Finanztransaktionssteuer? gibt!

Datenschutzgarantie: Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben!

 

Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

nachdem monatelang nur „Positives“ seitens der Politiker über die Finanztransaktionssteuer berichtet wurde, melden sich nun erste Kritiker. Die Stimmen innerhalb der Politik werden lauter, die mit drastischen Problemen für die Wirtschaft rechnen. So schrieb beispielsweise der baden-württembergische SPD-Landesvorsitzende und Finanzminister Nils Schmid einen offenen Brief an Wolfgang Schäuble. Schmid äußerte darin seine Bedenken bezüglich der aktuellen Ausgestaltung der Finanztransaktionssteuer. Vor allem die Probleme, die Banken wie der LBBW bevorstehen würden, könnten laut Schmid nicht im Interesse der Politik sein. Das Bundesfinanzministerium war angeblich erstaunt über den Brief und dass ein Politiker es offenbar wagte sich gegen die Steuer zu stellen!

Damit aber nicht genug!

Florian Rentsch, Wirtschaftsminister des Landes Hessen, teilte mit dass sich das Land Hessen gegen die Einführung einer Finanztransaktionssteuer stellen würde. Damit steht er mit seinen Kollegen der FDP im krassen Gegensatz zu Herrn Schäuble, der laut eigenen Aussagen „mit aller Kraft“ für die Einführung der Steuer kämpfen wird. Wie das politische Tauziehen in den nächsten Monaten weitergehen wird bleibt spannend. Gut ist jedoch, dass sich zumindest ein paar wenige Politiker öffentlich gegen die Finanztransaktionssteuer stellen!

Ihr Sebastian Hell

E-Mail Alarm

Kostenloser E-Mail Alarm wenn es neue Beiträge zum Thema Finanztransaktionssteuer – Zeit des Erwachens? gibt!

Datenschutzgarantie: Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben!

 

Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) hat am 08. Mai 2013 eine neue Studie zur Thematik der Finanztransaktionssteuer veröffentlicht. Man kommt darin zu folgenden sehr interessanten Schlüssen:

  1. Obwohl in der aktuellen Fassung des Steuerentwurfs der EU Kommission nur Finanzinstitute steuerpflichtig sind, ist dennoch damit zu rechnen, dass die erhöhten Kosten auf Verbraucher und Unternehmen abgewälzt werden und dadurch alle die Finanztransaktionssteuer entweder direkt oder indirekt entrichten müssen.
  2. Das DAI sieht sehr große Probleme in möglichen Kaskadeneffekten. Ich habe dieses Thema bereits schon früher in diesem Blogbeitrag ausführlich besprochen.
  3. Die Klassifizierung von Unternehmen als „Finanzinstitut“ könnte große Probleme nach sich ziehen. Es gibt eine Reihe an Unternehmen deren Geschäftsmodell die Finanzierung von Waren oder Rohstoffen für andere Firmen ist. Würde eine Klassifizierung dieser Unternehmen als Finanzinstitute erfolgen, dann würden erhebliche Mehrkosten entstehen. Wie genau die Abgrenzung zu einem Finanzinstitut erfolgen wird, ist bis dato noch unklar.
  4. Unternehmen werden bei der Absicherung von Risiken massiv behindert. Des Weiteren wird in die Altersvorsorge vieler Menschen eingegriffen, die ihre Vorsorge über Versicherungen, Banken etc. verwalten lassen. Die Transaktionssteuer würde dort immer anfallen.
  5. Abschließend führt das DAI auf, dass für 24 größere Unternehmen Mehrkosten zwischen 600 Millionen und 1,5 Milliarden Euro entstehen könnten. Damit sind direkte Folgen und Auswirkungen auf die Realwirtschaft wahrscheinlich.

 

Die gesamte Studie umfasst 25 Seiten und kann hier abgerufen werden

Ihr Sebastian Hell

E-Mail Alarm

Kostenloser E-Mail Alarm wenn es neue Beiträge zum Thema Studie zur Transaktionssteuer gibt!

Datenschutzgarantie: Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben!

 

Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

die Mähr der guten Finanztransaktionssteuer, die angeblich nur die bösen Banken bestrafen soll und niemanden anderen, wird für Leser dieses Blogs immer unglaubwürdiger. In früheren Beiträgen hatte ich bereits auf die Auswirkungen für Unternehmer, den Wirtschaftsraum der EU, Riester-Sparer sowie Privatleute hingewiesen.

Nun können sich auch Rentner einreihen!

Also ob die oben genannten „Nebenwirkungen“ der Finanztransaktionssteuer nicht schon genug wären, sind laut einer aktuellen Studie des Münchener Professors Dr. Christoph Kaserer auch die Rentner massiv betroffen. Bisherige Berechnungen zur Auswirkung einer FTS auf die Rentner gingen meist von einer zu geringen Umschlaghäufigkeit in den Portfolios aus. Allerdings ist diese durch die Schwankungen an den Märkten und dem verstärkten Trend in Richtung Finanzanlagen in den letzten Jahren gestiegen.

renten_transaktionssteuer
Quelle: Prof. Dr. Christoph Kaserer, TU München

Die obenstehende Tabelle zeigt die Verminderung der Rente bei einer Finanztransaktionssteuer in Höhe von 0,1 % und einer unterschiedlichen Umschlaghäufigkeit (U) in Abhängigkeit der Rentenlaufzeit (m).

Jemand der beispielsweise 20 Jahre seine Rente erhalten würde und eine Umschlaghäufigkeit von 80 Prozent hat (0,8), würde eine Verminderung der Rente durch die Steuer von 5,45 Prozent erfahren.

Das gesamte Gutachten von Herrn Prof. Dr. Kaserer findet sich hier!

Ihr
Sebastian Hell

E-Mail Alarm

Kostenloser E-Mail Alarm wenn es neue Beiträge zum Thema Gefahren der Finanztransaktionssteuer gibt!

Datenschutzgarantie: Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben!

 

Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

erst in meinem letzten Beitrag „Was der weltgrößte Broker von der Finanztransaktionssteuer hält“ habe ich darüber geschrieben wie ICAP aus London die Steuer sieht.

Nun habe ich einen sehr aufschlussreichen Bericht der Deutschen Bank erhalten, dessen Kernaussagen ebenfalls höchst interessant sind und der deutlich zeigt wie Politiker wider besseres Wissen agieren!

Die Kernaussagen der Deutschen Bank im Kurz-Check:

  1. Die Steuer ist nicht zielführend. Weniger der Finanzsektor als mehr Unternehmen und Haushalte werden bestraft. Die Finanzzentren der beteiligten Länder würden massiv schrumpfen und die Realwirtschaft würde leiden.
  2. Ein Anstieg der Kosten für die Finanzierung der beteiligten Staaten durch Staatsanleihen würde erfolgen. Aufgrund der erhöhten Kosten durch die Steuer, müsste sich dies im Zinssatz widerspiegeln. Für Länder wie Deutschland sicherlich tragbar, für viele andere jedoch nicht. Insgesamt müssten die beteiligten Staaten mehr als 8,5 Milliarden Euro mehr an Zinsen bezahlen!
  3. Die EU Kommission kommt in einer eigenen Studie zu dem Schluss, dass die Steuer das BIP um 0,4 Prozent schmälern dürfte. Bei Erwartung von Einnahmen in Höhe von 0,2 Prozent, werden real also 0,2 Prozent des BIP oder 30 bis 35 Milliarden Euro verloren (!!!)
  4. Ein Rückgang um 70 bis 90 Prozent des Derivatehandels in den beteiligten Staaten wird erwartet. Ein gewünschter Effekt der EU laut der Deutschen Bank. Doch vergisst man hier, dass viele Unternehmen sich gegen Preisrisiken mittels Derivaten absichern müssen.
  5. Die Absicherungskosten für Unternehmen würden sich verdreifachen!

Ihr
Sebastian Hell

E-Mail Alarm

Kostenloser E-Mail Alarm wenn es neue Beiträge zum Thema Auswirkungen der Finanztransaktionssteuer auf die Wirtschaft gibt!

Datenschutzgarantie: Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben!

 

Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

die Ausgestaltung der Finanztransaktionssteuer scheint nun Form anzunehmen. Bisher war nicht ganz klar wie die Steuer aussehen wird. Wird es eine italienische Lösung geben, die dem Ausgabeprinzip entspricht oder eine wie von Deutschland geforderte Ausgestaltung nach dem Herkunftsprinzip. Bevor ich weiter ausführe, sollten die beiden Prinzipien kurz erklärt werden.

  • Ausgabeprinzip

    Hierbei fällt die Steuer auf Finanzprodukte an, die der Steuer unterliegen und in den Ländern ausgegeben werden, die bei der Finanztransaktionssteuer mitmachen. Bestes Beispiel hierfür sind Italien und Frankreich. Die Staatsbürger und Ausländer werden beim Handel der ausgewählten Produkte besteuert, sonst aber nicht. Wenn also ein Italiener oder Franzose in New York Futures handelt, dann wird er nicht besteuert. Handelt er oder ein Ausländer jedoch die Aktien die unter die FTS fallen, dann fällt die Steuer an. Diese Variante kann leicht umgangen werden indem man einfach im Ausland handelt.

  • Herkunftsprinzip

    Hier wird es (zumindest für den Fiskus) schon spannender. Herkunftsprinzip bedeutet, dass alle Staatsbürger die in den teilnehmenden Ländern leben, Steuer auf alles bezahlen müssen was die Politiker für gut (oder schlecht) befinden. Ein Deutscher müsste also dann die Steuer auf deutsche Finanzprodukte aber auch amerikanische oder asiatische Werte bezahlen sofern die Politiker diese mit besteuern (mit Sicherheit wird der Fiskus auch Auslandswerte besteuern).

Doppelt hält besser!

Mit dem Herkunftsprinzip ist es aber nicht getan! Es ist geplant auch das Ausgabeprinzip zur Geltung kommen zu lassen. Dadurch will man auch verdienen, wenn Ausländer Finanzprodukte in den Teilnehmerländern der FTS handeln. So versucht man die Finanzplätze vollends zu ruinieren!

Was kann man machen?

Betrachtet man die aktuelle Gesetzesvorlage sieht es danach aus, als ob der Handel unmöglich werden wird, zumindest für kurzfristige Händler. Allerdings scheint es auch Lösungen zu geben. Diese werde ich jedoch erst präsentieren wenn die Gesetzesvorlage entsprechend abgeschlossen ist. Derzeit bin ich mit Anwälten und Steuerberatern in Kontakt, um eine saubere Lösung zu finden die FTS legal zu umgehen.

E-Mail Alarm

Kostenloser E-Mail Alarm wenn es neue Beiträge zum Thema Herkunfts- und Ausgabeprinzip gibt!

Datenschutzgarantie: Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben!

 

Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

ich hatte in meinem Beitrag „Italien führt nun auch die Finanztransaktionssteuer ein“ versprochen, dass ich mit einigen befreundeten Tradern sprechen werde. Unter anderem habe ich mich mit Dr. Andrea Unger, dem dreifachen Weltmeister im Trading unterhalten.

Er sieht die Einführung der Steuer ganz locker und befürchtet dadurch keine Eingriffe in seinen Handel. Nur die größten Aktien mit einer Marktkapitalisierung von über 500 Millionen Euro werden besteuert. Allerdings auch nur dann, wenn man die Position über Nacht hält. Da die meisten italienischen Profi- und Privat-Trader sowieso Daytrading oder Scalping betreiben, geht von der Steuer keine Gefahr aus.

Futures werden nur gering besteuert

Von Devisentransaktionen ist sowieso keine Rede gewesen und die Steuer auf italienische Futures liegt laut Dr. Unger im Bereich von 0,75 Euro. Der Rest ist frei und ohne Finanztransaktionssteuer. Trader sind erleichtert, da die Steuer mehr politischen Nutzen hat, aber wenig bis kaum in den Handel von Profi-Tradern eingreift.

Wie sehen es die Broker?

Ich habe einige Anfragen an befreundete Broker verschickt, aber bisher nur die Auskunft erhalten, dass die Rechtsanwälte und Steuerberater der Firmen gerade alles prüfen und man zu gegebener Zeit ein Statement veröffentlichen wird.

Ich werde gerne den Standpunkt der Broker durchgeben, sobald ich Neuigkeiten habe. Grundsätzlich verstehen jedoch die Finanzfirmen selbst nicht wie genau die Abgabe der Steuer erfolgen soll.

Man muss sich vor Augen halten, dass wenn ein deutscher Kunde ein außerbörsliches Derivat (CFD) auf eine italienische Aktie in London handelt, es schwierig wird die Steuer abzuführen beziehungsweise der italienische Staat dies gar nicht kontrollieren kann. Hier liegt noch einiges im Argen und es scheint mir, als ob die italienische Steuer nicht wirklich durchdacht war.

Weitere Infos zum Thema CFDs und Finanztransaktionssteuer finden Sie auch in meiner Kolumne „Kann man die Finanztransaktionssteuer umgehen?“

E-Mail Alarm

Kostenloser E-Mail Alarm wenn es neue Beiträge zum Thema Finanztransaktionssteuer in Italien gibt!

Datenschutzgarantie: Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben!

 

Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

seit dem ersten März 2013 gibt es in Italien die Finanztransaktionssteuer. Damit sind die Italiener das zweite Land nach Frankreich, die im Alleingang eine Steuer auf Börsengeschäfte einführen. Während die französische Steuer nur Augenwischerei ist und nicht wirklich den Handel bestraft, sieht es in Italien ganz anders aus. Hier werden auch außerbörsliche Geschäfte besteuert und die Umgehung der Steuer wie es in Frankreich der Fall ist, ist auch nicht mehr möglich.

Wie sieht es in Deutschland aus?

Finanzminister Wolfgang Schäuble hat die Einnahmen der Steuer noch nicht in den Haushalt für 2014 eingeplant. Er sieht die Einführung frühestens ab 2015, da zuvor noch einige Hürden genommen werden müssen. Dennoch scheint fest zu stehen, dass Deutschland zusammen mit zehn anderen Ländern eine Steuer auf Finanzgeschäfte einführen wird. Auch wenn die Politiker immer wieder darauf verweisen, dass die Steuer vorwiegend von den Banken bezahlt werden soll, zeigt sich schon jetzt, dass dies nicht der Fall sein wird.

Bayer rechnet mit 20 Millionen Euro Mehrkosten pro Jahr!

In einem Interview gegenüber der „Frankfurter Rundschau“, sagte der Leiter der Unternehmensfinanzen von Bayer, dass er mit 20 Millionen Euro Mehrkosten pro Jahr rechne. Diese entstehen primär durch die Finanztransaktionssteuer. Die Absicherung von Devisengeschäften würde sich um das Zehnfache erhöhen. Auch der Einkauf von Rohstoffen oder deren Absicherung über börsliche oder außerbörsliche Derivate würde deutlich teurer. Angenommen Jemand kauft für zehn Millionen Euro Kupfer über ein Derivat. Bei einer Steuer von 0,01 Prozent, fielen Zusatzkosten von 1.000 Euro pro Transaktion an. Normal liegen die Kosten für einen derartigen Deal bei 50 bis 150 Euro. Hinzu kommt noch die Steuer und die gesamte Kalkulation von Unternehmen muss überdacht werden.

Kein Ausweg bisher in Sicht!

Momentan steht noch nicht fest, ob Firmen die sich absichern ausgenommen sind. Wahrscheinlich jedoch nicht!

E-Mail Alarm

Kostenloser E-Mail Alarm wenn es neue Beiträge zum Thema Auswirkungen der Finanztransaktionssteuer gibt!

Datenschutzgarantie: Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben!

 

Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

eine sehr interessante Meldung lief vor wenigen Stunden über die Nachrichtenticker. Finanzminister Wolfgang Schäuble hat die potentiellen Einnahmen der Finanztransaktionssteuer nicht in den kommenden Haushalt für 2014 eingeplant. Im Sommer war noch die Rede von etwa zwei Milliarden Euro die durch die FTS eingenommen werden sollten.

Was sind die Gründe?

Warum plant der Finanzminister die Einnahmen nicht ein? Die Antwort ist einfach und wurde von mir in diesem Blog schon öfters gegeben. Neben einer rechtlichen Grundlage fehlen sicherlich auch die administrativen Ressourcen. Mehrfach wurde von mir auf die Komplexität der Finanzmärkte und des Handels hingewiesen. Eine schnelle Einführung ab 2014 war sicherlich nur für den Wahlkampf gedacht, ist aber so gut wie nicht umsetzbar. Wolfgang Schäuble weiß dies ebenfalls und hat daher auf die Einplanung verzichtet.

Kommt die FTS nun oder nicht?

Ich bin mir sicher, dass eine Art der Finanztransaktionssteuer kommen wird. Nach den neuesten Entwicklungen sieht es jedoch ganz danach aus, als ob diese entweder gar nicht 2014 eingeführt wird oder nur in einer sehr abgespeckten Version wie es beispielsweise in Frankreich der Fall ist. Ich halte alle Trader auf dem Laufenden sobald sich etwas Neues auftut.

Ihr Sebastian Hell

E-Mail Alarm

Kostenloser E-Mail Alarm wenn es neue Beiträge zum Thema Einplanung der Finanztransaktionssteuer gibt!

Datenschutzgarantie: Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben!