Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

vor kurzem habe ich einen sehr interessanten Artikel im Magazin Focus gelesen. Dort wird das Handelsblatt zitiert mit folgender Aussage:

Wenn Finanztitel „einen klaren Bezug“ zu einem der elf Staaten hätten, müsse die Finanzsteuer auf jeden Fall entrichtet werden, „auch wenn keine an dem Geschäft beteiligten Parteien in einem Teilnehmerstaat angesiedelt ist“, zitiert das Blatt aus dem Entwurf.

Quelle: http://www.focus.de/finanzen/news/wirtschaftsticker/hb-eu-will-flucht-vor-finanztransaktionssteuer-verhindern_aid_912064.html

Dies bedeutet übersetzt, dass die Umgehung der Finanztransaktionssteuer durch den Handel von Derivaten an ausländischen Börsenplätzen nicht mehr möglich ist, sofern das Derivat aus einem Land stammt das bei der Finanztransaktionssteuer mitmacht.

Kurz gesagt, eine Verlagerung des FDAX-Handels von der EUREX nach London (wofür es angeblich Pläne seitens der Deutschen Börse geben soll) wird nicht möglich sein. Der in London gehandelte FDAX wird dann ebenfalls voll besteuert.

Die Konsequenzen liegen auf der Hand!

Liquide Futures wie der FDAX oder Bund-Future werden binnen Wochen (wenn nicht Tagen) ihr gesamtes Volumen verlieren. Day-Trader müssen auf andere Werte ausweichen, wenn sie das Berufsverbot durch die Steuer nicht hinnehmen wollen. Dies könnte bombastische Volumenzuwächse für amerikanische Futures und damit die US-Börsen bedeuten.

So schlimm ist es doch nicht!?

Teilweise kurios sind die Kommentare unter den Artikeln der Finanztransaktionssteuer. 0,01 Prozent wäre doch eine tragbare Steuer heißt es dort. Profis können darüber nur schmunzeln.

Aktuell notiert der FDAX bei 7.670 Punkten. Der Gesamtwert des Futures ist 191.750 Euro (Rechnung für Politiker: 7.670 * 25 EUR = 191.750; Warum 25 EUR? Dies ist der Punktwert des FDAX).

Davon 0,01 Prozent an Steuer beträgt 19,175 Euro. Dies mag wenig erscheinen, doch einige Dutzend Transaktionen pro Tag und es bleibt kein Gewinn mehr übrig.

Ihr Sebastian Hell

 

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Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

in meinem Beitrag „Finanztransaktionssteuer nur für Banken und Fonds oder auch für Privatleute?“ hatte ich darüber berichtet, dass die geplante Steuer sicherlich indirekt die privaten Sparer und Anleger treffen wird.

Aufgrund der vielen Anlageprodukte die wir in Deutschland im Umlauf haben, wird die Steuer sicherlich auf diese Transaktionen erhoben werden (eine Ausnahme von Versicherungen wird mit Sicherheit deutliche Mindereinnahmen bedeuten).

Interessante Berechnung der Union Investment!

Die Union Investment, die Milliardeneinlagen in ihren Fonds durch die Riesterprodukte verwaltet, hat eine interessante Kalkulation aufgestellt. Ein Riestervertrag der monatlich mit 100 Euro angespart wird und anschließend 40 Jahre lange läuft, bedeutet bei der aktuell geplanten Finanztransaktionssteuer von 0,10 Prozent auf Aktien, eine Verminderung des Endsparbetrages von 14.000 Euro.

Bei kürzeren Laufzeiten von 30 Jahren vermindert sich die Steuer auf 5.600 Euro. Dennoch immer noch ein stolzer Betrag für eine vom Staat geförderte Rentenabsicherung. Mit der rechten Hand geben und mit der linken wieder nehmen, heißt es so schön!

Über 15 Millionen Riesterverträge existieren!

Die Firma Statista hat eine Statistik über die Anzahl der bestehenden Riesterverträge erstellt. Sie kommt dabei auf einen Wert von 15,46 Millionen Verträgen. Nehmen wir an, dass die Verträge im Schnitt 40 Jahre laufen bei 14.000 Euro Steuern pro Vertrag, ergibt sich die stolze Summe von über 216 Milliarden an Steuereinnahmen.

Natürlich ist diese Rechnung etwas überspitzt, da nicht jeder Vertrag 40 Jahre lange gehalten wird, aber auch schon bei 5.600 Euro und 30 Jahren Haltezeit, verdient der Staat immer noch gut 86 Milliarden.

Ich bin sehr gespannt, wie die Politiker dies den Bürgern verkaufen oder ob es sowieso niemand merkt!

Ihr Sebastian Hell

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Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

es ist soweit! Die Regierungsoberhäupter haben sich am Dienstag, den 22. Januar 2013 auf die Einführung einer Finanztransaktionssteuer in folgenden Ländern geeinigt:

  1. Deutschland
  2. Frankreich
  3. Österreich
  4. Belgien
  5. Spanien
  6. Estland
  7. Griechenland
  8. Italien
  9. Portugal
  10. Slowakai
  11. Slowenien

Hier zur Verdeutlichung die größten Finanzzentren der Welt:

01. London England
02. New York CityUSA
03. HongkongChina
04. Singapur Singapur
05. Tokio Japan
06. ChicagoUSA
07. Zürich Schweiz
08. TorontoKanada
09. Frankfurt am MainDeutschland
10. ParisFrankreich
11. AmsterdamNiederlande
12. Dublin Irland
13. Shanghai China
14. Genf Schweiz
15. Peking China
16. Dubai Vereinigte Arabische Emirate Specialists
17. Moskau Russland

(Quelle: http://www.zyen.com/GFCI/GFCI%209.pdf)

Von den größten Finanzzentren der Welt sind nur Frankreich und Deutschland auf den Plätzen 9 und 10 bei einer Finanztransaktionssteuer dabei.

Alle anderen nicht!

Die Folge: Der Handel wird sich komplett auf die anderen Zentren fokussieren und Frankfurt sowie Paris austrocknen.

Mehr dazu in Kürze!

Ihr Sebastian Hell

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Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

eine interessante Leserfrage erreichte mich vor wenigen Tagen. Darin ging es um die Frage ob auch Privatleute von der Steuer betroffen seien oder nur Banken und Fonds. Bisher gibt es hierzu wenig Konkretes.

Allerdings wurde seitens der Politik bereits darüber diskutiert die privaten Händler außen vor zu lassen und nicht zu besteuern. Dies klingt auf den ersten Blick nobel, doch muss man hier etwas tiefer gehen und darf diese Aussage nicht einfach so akzeptieren!

Privatleute zahlen auf jeden Fall die Steuer!

Möglicherweise werden private Händler von der Steuer ausgenommen (was ich ehrlich nicht glauben kann, denn die Banken werden ins Ausland fliehen und einer muss gemolken werden). Allerdings haben die meisten Deutschen Sparverträge, Versicherungen und Fonds die sie bei Banken und Fondsgesellschaften verwalten lassen.

Diese werden die Finanztransaktionssteuer bezahlen müssen und reichen die Kosten dafür direkt an die Anleger weiter. Die Folge ist eine noch geringere Rendite als sie ohnehin schon ist. Nur wer alles selbst macht und seine Gelder komplett in Eigenregie verwaltet, könnte profitieren wenn Privatleute ausgenommen sind. Doch kaum Jemand hat die Zeit und Erfahrung dies wirklich selbst zu tun.

Vermeidung der Finanztransaktionssteuer durch Handel von ausländischen Werten?

Eine weitere gute Frage desselben Lesers war, ob man auch Steuer bezahlen müsse wenn man US-Futures handle. Angenommen in Deutschland wird die Steuer wie schon öfter in diesem Blog beschrieben eingeführt. Die Steuer würde dann auf deutsche Aktien und wahrscheinlich Futures anfallen. Doch was passiert wenn man als Deutscher weiterhin in den USA seine Futures handelt?

Auch hier gibt es bisher keine genauen Aussagen. Laut aktueller Vorlage sieht es danach aus, dass diese Werte nicht betroffen sind. Man handelt in den USA seine Produkte über eine US-Börse.

Normalerweise ist das nicht das Einflussgebiet der deutschen Politiker und man kann eigentlich nicht einfach eine Steuer auf US-Werte erheben. Tendenziell würde ich daher sagen, dass beim Handel von US-Futures nichts passieren dürfte. Gleiches gilt auch für CFDs und FX-Produkte die derzeit komplett außen vor gelassen werden und sich in Frankreich größerer Beliebtheit erfreuen, da man steuerfrei weiterhandeln kann.

Ihr Sebastian Hell

 

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Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

nachfolgend möchte ich eine Leserfrage beantworten, die mir vor Weihnachten zugeschickt wurde:

Ich wohne in Deutschland, habe aber ein Konto in Luxemburg. Wenn später Luxemburg an der Transaktionssteuer teilnimmt, möchte ich theoretisch die Transaktionssteuer bezahlen. Aber wie wird diese Steuer abgeführt? An das Finanzamt in Luxemburg oder nach Deutschland? Wenn nach Deutschland, wird meine Name, nämlich Kontoinhaber,  bekannt gegeben?

Aktuell wird noch darüber diskutiert wie die Steuer abgeführt wird. Es gibt hierzu drei Modelle die derzeit in Brüssel diskutiert werden:

  • Die Steuer wird direkt vom Trader abgeführt

Jeder Trader muss seine Kontoauszüge aufbewahren und diese regelmäßig (wahrscheinlich am Ende des Jahres) seinem Finanzamt vorlegen. Anschließend wird ermittelt wie viel gehandelt wurde und welcher Betrag an Steuer nun fällig wird. Dies erscheint mir vollkommen utopisch. Der administrative Aufwand wird derart gigantisch sein, dass es unmöglich ist dies umzusetzen.

  • Die Steuer wird vom Broker abgeführt

Ähnlich der Abgeltungssteuer können deutsche Broker gezwungen werden, dass sie die Steuer auf die gehandelten Produkte selbst einbehalten und an das Finanzamt abführen. Der administrative Aufwand wird dadurch an die Firmen ausgelagert. Es stellt sich allerdings die Frage was passiert, wenn ich als Deutscher ein Konto in England eröffne oder USA oder Schweiz oder Singapur. Diese Broker können nicht alle gezwungen werden, ergo kann man die Steuer problemlos umgehen.

  • Die Steuer wird von den Börsen abgeführt

Dieses Modell erscheint mir am wahrscheinlichsten. Die Börsen behalten die Steuer bei jeder Transaktion ein und überweisen diese an das jeweilige Finanzamt. Der administrative Aufwand ist ebenfalls enorm, da nach der aktuellen Lesart der Gesetzesvorlage nur Steuern erhoben werden dürfen, wenn der Trader in einem Land das bei der Finanztransaktionssteuer mitmacht sitzt. Wenn also ein Deutscher mit Wohnsitz in Deutschland Aktien an der Deutschen Börse kauft muss er die Steuer bezahlen. Ein Engländer mit Sitz in London jedoch nicht. Auch ein Deutscher der in London sitzt müsste nicht bezahlen. Sie sehen schon, es ist sehr komplex!

Um die Leserfrage nun abschließend zu beantworten, sieht es aktuell wie folgt aus (dies kann sich jedoch schnell wieder ändern).

Wenn Sie Aktien oder besteuerte Derivate in Deutschland ordern und bei Orderaufgabe in Deutschland sitzen, dann fällt die Steuer an. Ob Sie anonym bleiben oder nicht, weiß man bisher noch nicht. Das Konto in Luxemburg könnte somit genannt werden, wenn über dieses Konto der Auftrag erteilt wird. Im Zweifelsfall werden die Staaten so viele Daten sammeln wie möglich!

Ihr Sebastian Hell

 

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Das Thema Finanztransaktionssteuer wird derzeit in Händlerkreisen immer stärker diskutiert. Nach aktueller Lesart wird die Steuer erst 2016 eingeführt werden können, da der Aufwand  alle Transaktionen zu überwachen enorm ist. Geplant ist es Aktien, Anleihen sowie Termingeschäfte zu besteuern mit einer Abgabe zwischen 0,01 und 0,1 Prozent. Genaue Details sind leider noch nicht bekannt.

Sind Einkäufer betroffen?

Nach den aktuellen Entwürfen zu urteilen, ist nur der Handel mit Termingeschäften steuerpflichtig. Einkäufer die ihre Waren also direkt kaufen und nicht über Börsen gehen, dürften der Steuer nicht unterliegen.

Allerdings gibt es auch Einkäufer die gerne auf Termin Rohstoffe kaufen oder bestimmte Preisniveaus absichern oder absichern lassen. Hier würde die Steuer voll anfallen und dadurch die kalkulatorischen Preise um mehrere Hundert Euro erhöhen, je nachdem welcher Steuersatz angelegt wird.

Sollte die Steuer für ein Unternehmen zu hoch sein oder es keine Befreiung vom Staat für Firmen geben, dann ist wahrscheinlich nur ein Umzug möglich!

Besteuerung nach Ausführungsort!

Besteuert wird laut den aktuellen Entwürfen nach Ausführungsort. Wenn die Transaktion in Deutschland getätigt wird, fällt die Steuer an.

Wird diese in England gemacht, welches definitiv nicht bei einer Transaktionssteuer mitmachen wird, fällt keine Steuer an. Dies könnte eine Lösung für Firmen sein, die die Steuer vermeiden wollen oder müssen. Eine Niederlassung im Ausland mit einem kleinen Handelsbüro könnte ausreichen und Absicherungsgeschäfte oder Terminkäufe können steuerfrei bleiben.

Natürlich muss vorab gewartet werden wie der Steuerentwurf gestaltet wird, bevor hier konkrete Vorschläge gemacht werden können.

Beispiel der Banken folgen!

Die Banken arbeiten bereits an einer Verlagerung der Handelsteams ins Ausland. Diesem Beispiel können Unternehmer folgen und dadurch eine weitere Steuer die sie eigentlich nicht betroffen sollte, umschiffen.

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Im europäischen Ministerrat geht es derzeit hoch her. Es wird über die Finanztransaktionssteuer diskutiert, die unter Federführung Deutschlands mit aller Gewalt durchgesetzt werden soll. Derzeit beteiligen sich elf Länder an der Unterstützung der Steuer:

  1. Deutschland
  2. Österreich
  3. Frankreich
  4. Belgien
  5. Griechenland
  6. Portugal
  7. Slowenien
  8. Estland
  9. Spanien
  10. Italien
  11. Slowakei

Laut EU-Richtlinien würden neun Länder ausreichen damit die Steuer durchgesetzt werden kann. Allerdings wehren sich andere Länder vor allem Großbritannien und Luxemburg mit allen Kräften dagegen.

Dies ist logisch, da vor allem England kein Interesse an einer Finanztransaktionssteuer besitzt. London lebt praktisch von seinem Finanzsektor und hätte massive Einbrüche zu verzeichnen, wenn dieser abwandern würde.

Sobald es konrekte Zahlen gibt, melde ich mich wieder. Momentan geistern nach wie vor Prozentzahlen von 0,10 Prozent für Aktien- und Anleihenkäufe sowie 0,01 Prozent für Derivate umher.

Ihr Sebastian Hell

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