Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

in meinem Beitrag „Finanztransaktionssteuer nur für Banken und Fonds oder auch für Privatleute?“ hatte ich darüber berichtet, dass die geplante Steuer sicherlich indirekt die privaten Sparer und Anleger treffen wird.

Aufgrund der vielen Anlageprodukte die wir in Deutschland im Umlauf haben, wird die Steuer sicherlich auf diese Transaktionen erhoben werden (eine Ausnahme von Versicherungen wird mit Sicherheit deutliche Mindereinnahmen bedeuten).

Interessante Berechnung der Union Investment!

Die Union Investment, die Milliardeneinlagen in ihren Fonds durch die Riesterprodukte verwaltet, hat eine interessante Kalkulation aufgestellt. Ein Riestervertrag der monatlich mit 100 Euro angespart wird und anschließend 40 Jahre lange läuft, bedeutet bei der aktuell geplanten Finanztransaktionssteuer von 0,10 Prozent auf Aktien, eine Verminderung des Endsparbetrages von 14.000 Euro.

Bei kürzeren Laufzeiten von 30 Jahren vermindert sich die Steuer auf 5.600 Euro. Dennoch immer noch ein stolzer Betrag für eine vom Staat geförderte Rentenabsicherung. Mit der rechten Hand geben und mit der linken wieder nehmen, heißt es so schön!

Über 15 Millionen Riesterverträge existieren!

Die Firma Statista hat eine Statistik über die Anzahl der bestehenden Riesterverträge erstellt. Sie kommt dabei auf einen Wert von 15,46 Millionen Verträgen. Nehmen wir an, dass die Verträge im Schnitt 40 Jahre laufen bei 14.000 Euro Steuern pro Vertrag, ergibt sich die stolze Summe von über 216 Milliarden an Steuereinnahmen.

Natürlich ist diese Rechnung etwas überspitzt, da nicht jeder Vertrag 40 Jahre lange gehalten wird, aber auch schon bei 5.600 Euro und 30 Jahren Haltezeit, verdient der Staat immer noch gut 86 Milliarden.

Ich bin sehr gespannt, wie die Politiker dies den Bürgern verkaufen oder ob es sowieso niemand merkt!

Ihr Sebastian Hell

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3 Gedanken zu “Die Finanztransaktionssteuer und ihre Folgen für Riestersparer!

  1. Hallo Sebastian,
    mich würde interessieren, welche Faktoren in die Berechnung der Union Investement eingeflossen sind. Hast Du einen Link oder eine Quellenangabe?
    Danke.

  2. Hallo Pierre,

    hier ist die Quelle: http://unternehmen.union-investment.de/Unternehmen/UMH/Nachrichten/1918678e07b0cff59a29349ff2ec4bb7.0.0/PM_20120116_Transaktionssteuer.html

    Die Berechnung wurde mit einer Umschlaghäufigkeit von 1,7 pro Jahr durchgeführt. Das habe ich woanders gelesen, finde es gerade aber nicht.

    Sehr interessant ist auch: http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/steuerplaene-so-trifft-die-transaktionssteuer-privatleute-11778554.html

    Gruß Sebastian

  3. Hallo Sebastian,

    ein interessanter Artikel, der zeigt, wer am Ende die Zeche zahlen wird, wenn die Finanztransaktionssteuer tatsächlich kommt. Von wegen „wir wollen die Finanzindustrie an den Folgen der Finanzkrise“ beteiligen. Die Banken haben letztendlich alle Möglichkeiten die Kosten der FTT „nach unten durchzureichen“. Und so werden wohl am Ende auch viele private Investoren und Sparer dank FTT – früher oder später – ihr blaues Wunder erleben.

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