Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

nachfolgend möchte ich eine Leserfrage beantworten, die mir vor Weihnachten zugeschickt wurde:

Ich wohne in Deutschland, habe aber ein Konto in Luxemburg. Wenn später Luxemburg an der Transaktionssteuer teilnimmt, möchte ich theoretisch die Transaktionssteuer bezahlen. Aber wie wird diese Steuer abgeführt? An das Finanzamt in Luxemburg oder nach Deutschland? Wenn nach Deutschland, wird meine Name, nämlich Kontoinhaber,  bekannt gegeben?

Aktuell wird noch darüber diskutiert wie die Steuer abgeführt wird. Es gibt hierzu drei Modelle die derzeit in Brüssel diskutiert werden:

  • Die Steuer wird direkt vom Trader abgeführt

Jeder Trader muss seine Kontoauszüge aufbewahren und diese regelmäßig (wahrscheinlich am Ende des Jahres) seinem Finanzamt vorlegen. Anschließend wird ermittelt wie viel gehandelt wurde und welcher Betrag an Steuer nun fällig wird. Dies erscheint mir vollkommen utopisch. Der administrative Aufwand wird derart gigantisch sein, dass es unmöglich ist dies umzusetzen.

  • Die Steuer wird vom Broker abgeführt

Ähnlich der Abgeltungssteuer können deutsche Broker gezwungen werden, dass sie die Steuer auf die gehandelten Produkte selbst einbehalten und an das Finanzamt abführen. Der administrative Aufwand wird dadurch an die Firmen ausgelagert. Es stellt sich allerdings die Frage was passiert, wenn ich als Deutscher ein Konto in England eröffne oder USA oder Schweiz oder Singapur. Diese Broker können nicht alle gezwungen werden, ergo kann man die Steuer problemlos umgehen.

  • Die Steuer wird von den Börsen abgeführt

Dieses Modell erscheint mir am wahrscheinlichsten. Die Börsen behalten die Steuer bei jeder Transaktion ein und überweisen diese an das jeweilige Finanzamt. Der administrative Aufwand ist ebenfalls enorm, da nach der aktuellen Lesart der Gesetzesvorlage nur Steuern erhoben werden dürfen, wenn der Trader in einem Land das bei der Finanztransaktionssteuer mitmacht sitzt. Wenn also ein Deutscher mit Wohnsitz in Deutschland Aktien an der Deutschen Börse kauft muss er die Steuer bezahlen. Ein Engländer mit Sitz in London jedoch nicht. Auch ein Deutscher der in London sitzt müsste nicht bezahlen. Sie sehen schon, es ist sehr komplex!

Um die Leserfrage nun abschließend zu beantworten, sieht es aktuell wie folgt aus (dies kann sich jedoch schnell wieder ändern).

Wenn Sie Aktien oder besteuerte Derivate in Deutschland ordern und bei Orderaufgabe in Deutschland sitzen, dann fällt die Steuer an. Ob Sie anonym bleiben oder nicht, weiß man bisher noch nicht. Das Konto in Luxemburg könnte somit genannt werden, wenn über dieses Konto der Auftrag erteilt wird. Im Zweifelsfall werden die Staaten so viele Daten sammeln wie möglich!

Ihr Sebastian Hell

 

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