Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

nachdem monatelang nur „Positives“ seitens der Politiker über die Finanztransaktionssteuer berichtet wurde, melden sich nun erste Kritiker. Die Stimmen innerhalb der Politik werden lauter, die mit drastischen Problemen für die Wirtschaft rechnen. So schrieb beispielsweise der baden-württembergische SPD-Landesvorsitzende und Finanzminister Nils Schmid einen offenen Brief an Wolfgang Schäuble. Schmid äußerte darin seine Bedenken bezüglich der aktuellen Ausgestaltung der Finanztransaktionssteuer. Vor allem die Probleme, die Banken wie der LBBW bevorstehen würden, könnten laut Schmid nicht im Interesse der Politik sein. Das Bundesfinanzministerium war angeblich erstaunt über den Brief und dass ein Politiker es offenbar wagte sich gegen die Steuer zu stellen!

Damit aber nicht genug!

Florian Rentsch, Wirtschaftsminister des Landes Hessen, teilte mit dass sich das Land Hessen gegen die Einführung einer Finanztransaktionssteuer stellen würde. Damit steht er mit seinen Kollegen der FDP im krassen Gegensatz zu Herrn Schäuble, der laut eigenen Aussagen „mit aller Kraft“ für die Einführung der Steuer kämpfen wird. Wie das politische Tauziehen in den nächsten Monaten weitergehen wird bleibt spannend. Gut ist jedoch, dass sich zumindest ein paar wenige Politiker öffentlich gegen die Finanztransaktionssteuer stellen!

Ihr Sebastian Hell

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5 Gedanken zu “Finanztransaktionssteuer – Kommt nun die Zeit des Erwachens?

  1. ich gebe mich keiner illusion hin: nach der bundestagswahl im herbst wird es nicht für schwarz-gelb reichen, es wird eine regierung deutlich weiter links als bislang geben. für mich ist damit klar, die FTT wird kommen, wenn auch in zum sog. kommissionsentwurf abgeänderter form. ob das allerdings von vorteil für uns private trader sein wird? ich kann mir nur zu gut vorstellen, dass im geifernden übereifer der koaltionsverhandlungen eine FTT geschaffen wird, die notfalls auch im nationalen alleingang durchgesetzt dem inländischen händler einen harten schlag versetzen wird, und zwar schon im fiskaljahr 2014.
    meine koffer sind gepackt, nur das ziel steht noch nicht fest: england, leider hochsteuerland, oder die schweiz, zuletzt leider mit fremdenfeindlichen tendenzen.

  2. Hallo schorschi,

    ich teile Ihre Einschätzung zur BTW und den Auswirkungen auf die Einführung einer FTT in Deutschland,
    vielleicht gibt es keinen roten Bundeskanzler, höchstwahrscheinlich aber auch keine Fortsetzung von Schwarz-Gelb..

    da ich auch ans Auswandern denke, meine Frage:
    inwiefern ist UK ein Hochsteuerland?
    wegen der income tax (max. 50%) ?

    • hallo bernd_s, bitte gestatten sie, dass ich mich in die diskussion um die steuerbelastung einklinke. ich lebte (und handelte) bis 2011 in greater london/UK. näheres zur steuerbelastung in GB können sie den seiten der dortigen steuerbehörde entnehmen (link: http://www.hmrc.gov.uk/cgt/ ). dort finden sie auch weitere angaben zur bemessungsgrundlage/berechnung etc.. für den fall des privaten tradiungs ist grob formuliert die abgeltungssteuer in dtld. steuergünstiger als die besteuerung in UK, zum teil sogar günstiger als die besteuerung in der schweiz, wo sie seher schnell als „profi“ eingestuft und entsprechend besteuert werden (sieghe hierzu kreisschreiben nr 36 der eidgen. steuerverwaltung vom 27.7.2012). anders sieht der fall aus, wenn sie ihr trading im rahmen einer kapitalgesellschaft (als sog. gesellschafter-gf zb) ausüben. dann ist die effektive steuerbelastung (für thesaurierte gewinne) in D und UK etwa gleich hoch bei rund 30%, wobei die UK dedeuctions und auch die besmessugsgrundlage deutlich unternehmerfreundlicher sind als in D. unschlagbar hier ist die CH, wo, je nach kanton, effektive sätze von etwas unter 20% auf thesaurierte gewinne möglich (cave: teiweise sozialverishcerungspflicht für ausgeschüttete gewinne schmälern die rendite aus gesellschafter ebene). genaueres lässt sich in im rahmen eienes kommentars nicht herausarbeiten. ich kann ihnen nur empfehlen, rechtzeitig professionellen rat einzuholen, denn, der armd es deutschen fiskus ist lang und greift fest zu. in diesem sinne, gutes gelingen, auf bald, im kanton zug? mfg

      • ich bitte die vielen rechtschreibfehler zu entschuldigen; sie sind der bildschrimgrösse meines handys und dem fehlen meiner lesebrille geschuldet :-)

  3. Pingback: Ende der Finanztransaktionssteuer? Zahlen jetzt die Dummen?

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