Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

die Ausgestaltung der Finanztransaktionssteuer scheint nun Form anzunehmen. Bisher war nicht ganz klar wie die Steuer aussehen wird. Wird es eine italienische Lösung geben, die dem Ausgabeprinzip entspricht oder eine wie von Deutschland geforderte Ausgestaltung nach dem Herkunftsprinzip. Bevor ich weiter ausführe, sollten die beiden Prinzipien kurz erklärt werden.

  • Ausgabeprinzip

    Hierbei fällt die Steuer auf Finanzprodukte an, die der Steuer unterliegen und in den Ländern ausgegeben werden, die bei der Finanztransaktionssteuer mitmachen. Bestes Beispiel hierfür sind Italien und Frankreich. Die Staatsbürger und Ausländer werden beim Handel der ausgewählten Produkte besteuert, sonst aber nicht. Wenn also ein Italiener oder Franzose in New York Futures handelt, dann wird er nicht besteuert. Handelt er oder ein Ausländer jedoch die Aktien die unter die FTS fallen, dann fällt die Steuer an. Diese Variante kann leicht umgangen werden indem man einfach im Ausland handelt.

  • Herkunftsprinzip

    Hier wird es (zumindest für den Fiskus) schon spannender. Herkunftsprinzip bedeutet, dass alle Staatsbürger die in den teilnehmenden Ländern leben, Steuer auf alles bezahlen müssen was die Politiker für gut (oder schlecht) befinden. Ein Deutscher müsste also dann die Steuer auf deutsche Finanzprodukte aber auch amerikanische oder asiatische Werte bezahlen sofern die Politiker diese mit besteuern (mit Sicherheit wird der Fiskus auch Auslandswerte besteuern).

Doppelt hält besser!

Mit dem Herkunftsprinzip ist es aber nicht getan! Es ist geplant auch das Ausgabeprinzip zur Geltung kommen zu lassen. Dadurch will man auch verdienen, wenn Ausländer Finanzprodukte in den Teilnehmerländern der FTS handeln. So versucht man die Finanzplätze vollends zu ruinieren!

Was kann man machen?

Betrachtet man die aktuelle Gesetzesvorlage sieht es danach aus, als ob der Handel unmöglich werden wird, zumindest für kurzfristige Händler. Allerdings scheint es auch Lösungen zu geben. Diese werde ich jedoch erst präsentieren wenn die Gesetzesvorlage entsprechend abgeschlossen ist. Derzeit bin ich mit Anwälten und Steuerberatern in Kontakt, um eine saubere Lösung zu finden die FTS legal zu umgehen.

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5 Gedanken zu “Herkunfts- und Ausgabeprinzip soll zum Tragen kommen

  1. Vielen Dank für die Info! Ich bin schon gespannt, welche Möglichkeiten es gibt, um die FTS legal zu umgehen. Bisher bieten sich mir (Futureshandel) nur folgende Optionen:
    – auswandern in ein Land, welches nicht der FTS unterliegt
    – sich einer im Ausland befindlichen proprietary trading group anschließen
    – eine Firma im Ausland gründen und hierüber handeln.

    Beste Grüße

    Thomas

    • Können die Produkte nicht einfach gehandelt werden auf den betroffenen Märkten? Also für eine 1. Emission wird die Steuer fällig, aber danach wird nicht mehr das Underlying direkt gehandelt. Oder stell ich mir das zu einfach vor?

      • @Raphael

        Jeder Handel wird besteuert. Immer wenn gehandelt wird. Also nicht nur bei Emission sondern auch Tausende Male danach bei jedem Handel und auf Seiten jeder Partei sofern möglich.

        • Mir ist ein Wort abhanden gekommen:
          Können die Produkte nicht einfach SYNTHETISCH gehandelt werden auf den betroffenen Märkten? Dabei würde das Papier von der Bank nur „einmal“ gehandelt um danach Produkte zu kreieren, welche auf dem Basiswert aufbauen…

    • Ja, Sie liegen in der Tendenz richtig. Man muss mit einer Handelsgesellschaft ins Ausland gehen. Aber hier gibt es sehr viel zu beachten, da nur eine Auslandsgesellschaft zu gründen vom Finanzamt sofort als Umgehungstatbestand angesehen wird. Hier müssen einige Dinge beachtet werden,

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