Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

laut einem neuen Bericht des Handelsblatts, zeigen sich weitere Hinweise darauf, dass Finanzderivate erst einmal ausgenommen sein werden. Finanzminister Schäuble scheint derzeit die Einführung einer Finanztransaktionssteuer voranzutreiben. Hierzu sind mehrere Treffen mit führenden EU-Politikern anberaumt. Zudem soll auch der Streit mit Frankreich beigelegt werden. Die Franzosen hatten nach anfänglicher Befürwortung der Transaktionssteuer eine Kehrtwende vollzogen und sich deutlich zurückhaltender gezeigt (die Hintergründe lesen Sie hier).

Derivate bleiben offenbar ausgenommen!

Herrn Schäuble ist bewusst geworden, dass neben den Finanzlobbyisten auch inzwischen viele EU-Staaten gegen die Finanztransaktionssteuer arbeiten. Daher ist eine sofortige Einführung wie angedacht mit Besteuerung von Aktien, Anleihen, Derivaten etc. nicht möglich. Herr Schäuble kündigte daher an, dass eine schrittweise Einführung sinnvoll erscheine.

Am Ende zahlt der Dumme …

Eine schrittweise Einführung bedeutet nach meiner Lesart, dass vorerst nur Aktien besteuert werden. Als Derivatehändler beschwere ich mich darüber nicht, doch objektiv betrachtet bezahlen nun alle Klein- und Kleinstanleger die ein paar Aktien handeln die Zeche. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Fonds, Versicherungen und Banken auch auf Aktiengeschäfte zusätzliche Finanztransaktionssteuer bezahlen müssen. In der aktuellen Ausgestaltung ist die Finanztransaktionssteuer sogar noch unfairer und wirkungsloser als angenommen!

Ihr Sebastian Hell

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5 Gedanken zu “Hinweise auf Ausnahme von Derivaten bei der Finanztransaktionssteuer verdichten sich!

  1. Hallo,

    ich denke nicht, dass die Steuer komplett untergehen wird. Die Politiker müssen die Banken weiter bestrafen und werden dies über eine fadenscheinige Steuer tun, die hinterher keinen Nutzen hat, aber die Privatleute direkt (über Aktienkäufe) oder indirekt (über Anlageprodukte) zur Kasse beten wird. So klamm wie die Kassen sind, sind alle Einnahmen recht!

  2. Hallo,
    könnte es sein, dass Intraday-Geschäfte und nicht europäische Aktien (USA, Asien usw.)nicht davon betroffen sind- wie es in Italien und Frankreich bereits ist?
    Vielen Dank für eine Antwort!

  3. Hallo,

    sicher ist bisher nichts. Aber die ersten Entwürfe gingen von einer Gesamtbesteuerung ALLER Geschäfte aus. Also auch wenn man als Deutscher in den USA oder in Hongkong etwas handelt. Wie genau dies dann überprüft werden sollte, stand nicht fest. Doch die bisherigen Entwürfe vor der Diskussion die aktuell läuft waren für eine generelle aller Börsengeschäfte und unabhängig davon wie lange die Haltedauer sein sollte.

    Beste Grüße

    Sebastian Hell

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