Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

vor wenigen Tagen scheiterte die Klage Großbritanniens vor dem europäischen Gerichtshof (EUGH). Viele Medien berichteten darüber, dass die Richter die Klage abgewiesen hätten. Leider interpretierten einige Journalisten das Urteil vollkommen falsch, weswegen es hier richtig gestellt werden soll. Ursprünglich hatte Großbritannien gegen die Steuer geklagt, weil man negative Auswirkungen auf den Finanzplatz London befürchtete. Aufgrund der geplanten Einführung der Transaktionssteuer in elf Ländern war anzunehmen, dass sich das Handelsvolumen verringern würde und auch England davon betroffen sei. Daher beschloss die britische Regierung Klage gegen die Steuer einzulegen. In der vergangenen Woche wurde nun bekannt, dass das Urteil abgewiesen wurde!

Was war geschehen!

Die Briten waren mit ihrer Klage laut den Richtern zu früh dran. Bisher gibt es noch keinerlei Ausgestaltung der Finanztransaktionssteuer und damit auch keine Möglichkeit zu prüfen, ob Großbritannien wirklich Nachteile erleiden würde. Die Richter lehnten daher die Klage ab. Allerdings zeigt dies nur, dass Großbritannien zum aktuellen Zeitpunkt nicht klagen kann. Wird die Steuer konkreter, wird es seitens Englands eine neue Klage vor dem EUGH geben, die dann auch verhandelt werden dürfte. Somit ist Großbritannien keineswegs mit seiner Klage gescheitert.

Staatsanleihen offenbar ausgenommen!

Was sich derzeit bereits zeigt, ist dass die Steuer höchstwahrscheinlich Staatsanleihen ausnehmen wird. Dies ist interessant, da man durch die Besteuerung von Aktien, Fonds, Zertifikaten und eventuell Devisen die Anleger dazu zwingt in steuerbefreite Anlageformen zu investieren. Die EU-Länder wollen dadurch mehr Geld am Markt einsammeln und ihre maroden Haushalte finanzieren. Da kommt es sehr gelegen, wenn man kurzerhand Staatsanleihen von der Steuer befreit.

Zertifikate, Fonds und Devisen werden teurer!

Anlageformen wie Zertifikate die sehr komplex sind und mehrfach abgesichert werden müssen, können sich enorm verteuern. Auch Fonds die die Steuer bezahlen müssen, dürften deutliche Renditeeinbußen haben. Sogar Unternehmen sind betroffen, wenn die Devisenmärkte ebenfalls besteuert werden. Nur Staatsanleihen bieten eine Insel der Glückseligkeit und werden nicht besteuert. Ein Schelm wer dabei Böses denkt …

Ihr Sebastian Hell

Die obenstehende Kolumne wird Ihnen präsentiert von QTrade (www.qtrade.de)! Weitere Artikel von Sebastian Hell finden Sie auch unter www.qtrade.de/tradingblog!

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